Inventur und Planung: Beim Forstamt Bad Hersfeld steht die Forsteinrichtung an

Jeder Baum wird gezählt

Planen die Arbeit: Der Produktionsleiter des Forstamts Bad Hersfeld, Thomas Brückner (Zweiter von links), zeigt dem Forst-Oberrat Harald Langhammer (von links) sowie den Forstreferendaren Maurice Schwarz (Dieburg), Jan Droll (Hanau) und Christoph Rampe (Wolfhagen) das Gebiet des Staatswaldes, das sie bei der Einrichtung in den kommenden zwei Jahren genau untersuchen werden. Fotos: Janz

Hersfeld-Rotenburg. Es gleicht einer Inventur des Waldes: Drei Fachleute und drei Referendare von Hessen Forst machen auf dem Gebiet des Forstamtes Bad Hersfeld in den kommenden beiden Jahren die Forsteinrichtung. Sie dient als Arbeitsgrundlage für die mittelfristige Bewirtschaftung des Waldes.

Die Förster zählen nicht nur jeden Baum und untersuchen den Boden, sondern planen auch bis ins Detail, was aus dem Wald werden soll. So entsteht ein Nachschlagewerk mit Bestand und Zielen für jede der etwa 20 Hektar großen Abteilungen.

Alle zehn Jahre soll der Forst jedes größeren Waldbesitzers so gründlich untersucht werden. Nach Verwaltungsreformen bei Hessen Forst gibt es auf den etwa 14 600 Hektar des Hersfelder Staatswaldes aber Abteilungen, deren vorige Einrichtung fast 20 Jahre her ist. „Wir sind froh, dass es los geht, damit wir wieder eine einheitliche Grundlage für unsere Arbeit haben“, sagt deshalb der Produktionsleiter des Forstamtes, Thomas Brückner.

„In der Vergangenheit wurde vieles nach Gefühl und Erfahrung gemacht, aber das reicht heute nicht mehr“, sagt der verantwortliche Forstdirektor Jochen Pistor aus Oberaula. Oberstes Ziel sei es, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften und dabei Naturschutz und Erholungsfunktion zu berücksichtigen. Um das zu gewährleisten, fließen viele Aspekte in die Einrichtung ein: topografische Eigenheiten, Naturschutzgebiete, Vorkommen besonderer Tiere wie Fledermäuse, Greifvögel und Störche, aber auch die wirtschaftliche Vorgabe, mindestens keinen Verlust zu machen. Bei den Verhandlungen im Herbst dürfen daher alle Beteiligten ihre Wünsche äußern. Nach zwei Jahren steht dann fest, was davon umgesetzt wird.

Von Marcus Janz

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