Drei Monate „Zeitung in der Grundschule“ sind vorbei: Mini-Reporter haben viel gelernt

Jeden Tag eine neue Welt

Asbach. Viele neue Experten haben die Grundschulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg durch das Projekt „Zeitung in der Grundschule“ (ZiSch) des IZOP-Instituts in ihren Reihen. Die Fachleute sind die Schüler selbst, die in den vergangenen drei Monaten täglich die Zeitung gelesen und sich mit vielen Themen beschäftigt haben, die es in der Hersfelder Zeitung gibt. Möglich war das durch die Unterstützung der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg und des Vereins VR - Herz und Hand. Jetzt gibt es Experten beispielsweise für Wetter, Unfälle und Lokalpolitik. Und einige Jungen und Mädchen haben während der ZiSch-Abschlussveranstaltung in der Kolibri-Schule vorgestellt, was sie dabei gelernt haben.

„Sophia und ich haben herausgefunden, dass mehr Landespolitik in der Zeitung steht, als Politik aus dem Kreis, obwohl sie Hersfelder Zeitung heißt. Außerdem gibt es montags wenig Politik, weil die Politiker am Wochenende nicht zusammensitzen“, sagt Hannah aus der Kolibri-Schule Asbach.

Dass aber die Grundschüler neuerdings zusammensitzen und ausgerechnet darüber reden, was sie in der Zeitung gelesen haben, freut eine Mutter: „Das einzige Problem ist, dass ich jetzt morgens am Frühstückstisch noch mehr Konkurrenz habe, weil ich mich nicht nur mit meinem Mann um die Zeitung streite, sondern auch noch mit den Kindern“, schildert sie ihre Erfahrungen und lacht.

Beeindruckende Berichte

„Ich bin ganz beeindruckt davon, wie viele tolle Artikel dabei rausgekommen sind, als ihr die Reporter wart“, sagt HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm zu den anwesenden Schülern. „Bei dem Interview mit dem Intendanten Holk Freytag zum Beispiel habt ihr auch mal hinter die Oberfläche geschaut und nachgehakt. Ihr macht das richtig gut“, stellt er fest. Und auch die Sponsoren des Projekts sind zufrieden: „Wir freuen uns, dass es wieder geklappt hat, „Zeitung in der Grundschule“ zu machen und dass es wieder ein Erfolg geworden ist wegen euch und euern Lehrern“, bestätigte Maik Schuchhardt vom Verein VR-Herz und Hand. „Ich hoffe, ihr guckt auch weiterhin in die Zeitung“, ergänzte Reinhard Faulstich, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg.

Aber die Kinder haben den Zugang zur Zeitung nicht nur übers Lesen bekommen. „Also große Papierberge haben wir nicht fabriziert“, sagte Lehrerin Annemarie Guist-Olbrich, „wir haben alles verbastelt“. Genauso wie die Klasse von Karl-Heinrich George von der Wilhelm-Neuhaus-Schule. Er hält bunte Figuren aus Pappmasché hoch und dreht sie: „Eigentlich sollten es alles Osterhasen werden. Aber es hat doch zu lange gedauert. Jetzt haben wir es auf die Geschichte von Hase und Igel umgemünzt“, sagt er und lacht.

Nach den drei Monaten Arbeiten mit der Zeitung würden viele Schüler sie mittlerweise vermissen. „Und das ist genau das, was das Projekt erreichen will: Die Kinder zum Lesen bringen und ihnen gleichzeitig die Welt näherbringen“, sagt Dr. Elke Runte-Gerhards vom IZOP-Institut abschließend zum Projekt.

Von Judith Strecker

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