Hans Gerzlich präsentierte „Geld für alle“ im Buchcafé

Jeden Gag abgehakt

Im Bad Hersfelder Buchcafé erklärte Hans Gerzlich seinem Publikum die Marotten einiger Politiker, das Konzept der Werbung und warum es in Deutschland eigentlich gar nichts zu Lachen gibt. Foto: Radick

Bad Hersfeld. „50 Millionen? Das sind ja Peanuts!“ Mit diesem Zitat des ehemaligen Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, begann das Programm „Geld für alle“ von Hans Gerzlich. Die Veranstaltung wurde vom Buchcafé in erstmaliger Zusammenarbeit mit dem Lionsclub ausgerichtet. Gerzlichs Aussehen war dem Programm entsprechend angepasst: Wie ein Bankangestellter stand er den ganzen Abend im Anzug auf der Bühne.

Zwischenrufe erwünscht

Zwei Dinge stachen im Programm hervor: Zum Einen die hohe Interaktion mit dem Publikum – Zwischenrufe und Kommentare waren ausdrücklich erwünscht – und zum Anderen, dass er scheinbar jeden Gag auf seinen Karteikarten abhakte. Das sah etwas befremdlich aus, verstärkte den Eindruck des Bänkers, tat dem Unterhaltungswert des Abends aber letztlich keinen Abbruch.

Ordentlich ausgeteilt

Zu Beginn des Programms teilte er erstmal ordentlich aus. Alles, was in der Politik Rang und Namen hat, bekam sein Fett weg. So behauptete er, ehe Angela Merkel etwas entscheiden könne, würde eher das Bernsteinzimmer wiedergefunden. Und zu von Guttenbergs neuem Posten als Verteidigungsminister zog er einen historischen Vergleich: Es sei eben schon immer das Vorrecht des Adels gewesen, den Pöbel an die Front zu schicken.

Doch es blieb nicht nur national. An US-Präsident Obama, als dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte in gleich zwei Kriegen den Friedensnobelpreis zu verleihen, sei, als machte man den biblischen König und Kindermörder Herodes zum Ehrenvorsitzenden des Kinderschutzbundes.

„Verkaufe die Leute nicht für dumm, aber vergiss niemals, dass sie es sind!“

Hans Gerzlich

Der Wirtschaftswissenschaftler Gerzlich, der auch im Marketing-Bereich tätig war, erklärte das grundsätzliche Prinzip der Werbung: „Verkaufe die Leute nicht für dumm, aber vergiss niemals, dass sie es sind!“

Zur Krise des Staatshaushalts hatte er zwar keine Lösung, aber da die Zinszahlung für die der Schulden höher seien als die Ausgaben für die Verteidigung des Landes , könne man sich ja im Falle eines Angriffs einfach hinter dem Schuldenberg verschanzen.

Der Knalleffekt kommt

Die Frage nach der Pointe und dem Knalleffekt des Abends beantwortete Gerzlich selbst: „Es gibt keine Pointe. Der Haushalt der Bundsrepublik Deutschland ist nicht witzig. Aber der Knalleffekt kommt – warten Sie einfach noch ein paar Jahre, dann knallt’s bestimmt!“.

Von Irene Radick

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