Durchschnittlicher Lohn liegt bei weniger als 2500 Euro

Jedem Zweiten im Kreis droht Armut im Alter

Hersfeld-Rotenburg. In Zukunft werden mehr Menschen von Altersarmut bedroht sein, sagt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Treffen ihre Zahlen zu, dann muss sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg jeder zweite Arbeitnehmer darauf einstellen, dass seine Rente später nicht für den Lebensunterhalt ausreichen wird.

Mit ihren Berechnungen hat von der Leyen eine große Diskussion um Altersarmut angestoßen. Nach ihren Angaben werden selbst Arbeitnehmer, die 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben und derzeit weniger als 2500 Euro im Monat verdienen, im Jahr 2030 nur eine Rente von 668 Euro erhalten. Das entspricht aktuell dem Niveau der Grundsicherung.

Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) heißt das, dass in Waldhessen jedem zweiten Arbeitnehmer Altersarmut droht. Derzeit haben 53 Prozent der Beschäftigten in Hersfeld-Rotenburg einen Monatslohn von unter 2500 Euro. Der Medianlohn, der genau in der Mitte des Einkommensgefüges liegt, betrug zum Jahresbeginn 2011 im Landkreis 2434 Euro und lag damit deutlich unter dem hessischen Medianlohn von 2981 Euro.

„Es kann nicht sein, dass über die Hälfte der Menschen, die ordentlich beschäftigt sind, automatisch in die Altersarmut abrutschen“, kommentiert der DGB-Geschäftsführer von Nordhessen, Michael Rudolph, die Zahlen für den Landkreis. Schon heute hätten viele Menschen nur eine schmale Rente, und das werde sich durch die Rentenpläne der Bundesregierung noch verschärfen.

Altersarmut ist noch kein Massenphänomen in Waldhessen. Derzeit sind 584 Menschen darauf angewiesen, dass ihre Rente auf die Grundsicherung aufgestockt wird, sagte Kreissprecher Michael Adam auf Anfrage. 1512 von mehr als 58 000 Arbeitnehmern erhalten einen Lohn, der unter dem Existenzminimum liegt. Zum Tage

Von Marcus Janz

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