Gelbe Blume kann Weidetiere töten – giftig auch im Heu

Jakobskreuzkraut breitet sich im Landkreis aus

Hersfeld-Rotenburg. Diese Blume ist unscheinbar, aber hoch giftig: Das Jakobskreuzkraut wird für Weidetiere zunehmend zur Gefahr. Auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg habe sich die Giftpflanze in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebreitet, sagt Karl-Heinrich Claus vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Insbesondere extensiv bewirtschaftete Flächen seien betroffen, berichtet Claus, der als Pflanzenbauberater für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg zuständig ist. So blühe das Kraut derzeit auf ungepflegten Grünstreifen in Industriegebieten, aber auch auf Pferdekoppeln. Junge unerfahrene Pferde seien besonders gefährdet. „Auch ältere Tiere sind nicht gefeit“, sagt Claus. Wo regelmäßig gedüngt, gemäht und Lücken in der Grasnarbe neu eingesät würden, fasse die Pflanze nicht so einfach Fuß.

Die im Kraut enthaltenen Alkaloide reichern sich in der Leber der Tiere an und können schlimmstenfalls zum Tod der Tiere führen. Welche Menge ausreiche, hänge auch vom Gesundheitszustand der Tiere ab. Auch in der Region habe es vor zwei Jahren Todesfälle bei Pferden gegeben, die bei Untersuchungen auf Vergiftungen durch Jakobskreuzkraut zurückgeführt wurden.

Tückisch dabei: Auch in Heu oder Silage verliere die Pflanze nicht ihre giftige Wirkung, könne aber in getrockneter Form von Weidetieren nicht selektiert werden.

Im Blütestadium, in dem die Pflanze sich derzeit befindet, könne das Jakobskreuzkraut nur durch Ausreißen samt Wurzel bekämpft werden. Bei starker Verbreitung empfehle es sich, betroffene Flächen zu mulchen und nicht zu beweiden. Im zeitigen Frühjahr könnten zudem chemische Mittel eingesetzt werden. Ein behördliches Bekämpfungsprogramm gebe es nicht.

„Eine Pflanze bildet 15 000 Samen. Wenn nur zehn Prozent angehen, ist das ein riesen Potenzial“, sagt Karl-Heinrich Claus.

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Von Jan-Christoph Eisenberg

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