Der Familienverband Schimmelpfeng-Schimmelpfennig feierte 100-jähriges Bestehen

100 Jahre Zusammenhalt

Einer der Programmpunkte der Familienfeier zum 100-jährigen Bestehen: Alle Mitglieder des Familienverbandes Schimmelpfeng-Schimmelpfennig versammelten sich im Hersfelder Kurpark für ein Familienfoto. Foto: Buschky

Bad Hersfeld. Eine Jubiläumsfeier der besonderen Art erlebte die Familie Schimmelpfeng-Schimmelpfennig am vergangenen Wochenende in Bad Hersfeld.

Im Mai 1913 wurde der Familienverband der hessischen Familie Schimmelpfeng-Schimmelpfennig in Hersfeld gegründet, wo er bis heute seinen Sitz hat. Über 120 Gäste kamen im Hotel am Kurpark zusammen, um das 100-jährige Jubiläum des Familienverbandes zu feiern. Sie kamen aus ganz Deutschland, Brasilien und der Schweiz zusammen, um auf die Geschichte des Verbandes und die Ereignisse der letzten hundert Jahre zurückzublicken und zukünftigen Aufgaben zu planen.

Ziel ist der Zusammenhalt aller bekannten Familienzweige, welche seit 800 Jahren eine gemeinsame Familiengeschichte besitzen. Die Schimmelpfengs-Schimmelpfennigs haben alle ihre gemeinsame Wurzel in der Eschweger Gegend: Vom wüst gewordenen Dorf Schlierbach lässt sich ihre Umsiedlung nach Eschwege belegen, wo viele Generationen als Stadtbauern, Handwerker und Pfarrer lebten.

Zollverwalter, Bürgermeister

1603 ging ein Familienmitglied als Pfarrer nach Heringen. Die Witwe des Pfarrers Elias Schimmelpfennig, Margarethe Winter, ging nach dem Tode ihres Mannes in ihre Heimatstadt Hersfeld zurück. Die restliche Familie blieb in Heringen und führt dort in einigen Familien bis heute den Namen Schimmelpfennig. Elias’ Sohn, Zollverwalter Bartholdus, nannte sich von nun an in Bad Hersfeld Schimmelpfeng, so dann auch alle nachfolgenden Hersfelder Schimmelpfengs. Bekannt ist auch der Bürgermeister Konrad Barthold Schimmelpfeng, dessen Sohn der Gründer der bekannten Wirschaftsauskunftei Schimmelpfeng in Berlin war, sowie auch der bis in die Nachkriegszeit bestehende Hersfelder Lebensmittelgroßhandel GW Schimmelpfeng, Hersteller des „Lullusfeuer“. Nachkommen des Gerbers und Schönfärbers Schimmelpfeng leben bis heute in Bad Hersfeld auf dem Neugeiser Hof. Ein Zweig dieser Familie ging nach Hamburg, ein anderer nach Brasilien.

21 Familientage

Die Liebe zur Hersfelder Heimat und die gemeinsamen Wurzeln führten 1913 zur Gründung des Familienverbandes, der immerhin zwei Weltkriege überdauerte und immer wieder in Hersfeld, Heringen und Hauneck seine inzwischen 21 „Familientage“ feierte. Das diesjährige Programm, zu dem auch Bürgermeister Thomas Fehling ein Grußwort übermittelte, bestand unter anderem aus einer Stadtführung und einem Besuch im Erlebnismuseum „wortreich“. Für die 22 Kinder der Familie Schimmelpfeng-Schimmelpfennig standen Geocaching und Spiele im Hersfelder Kurpark auf dem Programm. Einige Verwandte aus Heringen führten am Festabend einen Mundart -Sketch zur Familiengeschichte auf. Einen gemütlichen Ausklang erhielt der Festabend mit Musik und Einlagen von Mitgliedern.

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten“, bemerkte der aus Winsen/Aller stammende Vorsitzende Dr. Lutz Schimmelpfeng. In seinem Festvortrag am Sonntag gab er der Hoffnung Ausdruck, dass das soziale Netzwerk „Familienverband“ auch die nächsten Generationen tragen möge. (mbu)

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