Geburtstagsfeier des Bad Hersfelder Buchcafés – und wieder droht der Rotstift

30 Jahre und niemals leise

Heiter begrüßten Christopher Price und sie Sängerinnen und Sänger des Buchcafé-Chores die Gästeschar.

Bad Hersfeld. Seinen 30. Geburtstag feierte am Samstagabend in Bad Hersfeld das Buchcafé des Vereins für Kultur & Kommunikation,

Wie immer ging es in den Räumen der ehemaligen Druckerei in der Klausstraße hemdsärmelig zu. Es gab kein Rednerpult auf der Bühne und auch die üblichen Buchsbäume, die ansonsten Rest-Redner flankieren, sparte man sich. Das alles hätte eben gar nicht zum flippigen und unkonventionellen Image des sozio-kulturellen Treffs gepasst.

Mitglieder, Freunde und Förderer sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wurden mit Sekt und Rhythmen der hauseigenen Trommelgruppe empfangen. Und zum Schluss erlebten die Geburtstagsgäste eine Überraschung. Die Gruppe, die von Adjei Adjetey aus Ghana geleitet wird, sang auch ein Lied. Dann waren die Wegbegleiter in 30 Jahren zum Büfett eingeladen, das die Mitglieder des Vereins natürlich selbst angerichtet hatten. Es war ein Abend der Heiterkeit, gewürzt mit einer Prise Selbstkritik des Vereinsvorstands. Anstelle einer langatmigen Lesung aus der Chronik sang zunächst der Buchcafé-Chor unter der Leitung von Christopher Price a-capella „I’m Walking“ von Fats Domino, „Yesterday“ von den Beatles und den Ohrwurm „Lollipop“.

Als Vertreter des Vereins begrüßte Helmut Weide-Basler die Gäste, hatte jedoch keine Chance, langatmig dem Land, der Stadt und dem Kreis Dank für die finanzielle Unterstützung abzustatten, weil nacheinander Schirme auf die Bühne flogen. In einem emanzipatorischen Dialog grasten Monika Schmidt und Christin Lambert- Schenk das Wortfeld der Schirmherrschaft ab, schließlich gibt es jetzt einen eigenen Buchcafé-Schirm. Denn das sozio-kulturelle Zentrum ist Treffpunkt und Schirm für viele gesellschaftliche Gruppen und Initiativen. Die marschierten demonstrativ im Saal ein und zeigten bei einer politisch linksbetonten Herzgymnastik, was sie sich als „politisch Nicht-Sesshafte“ in 30 Jahren auf ihrem Ho-Tschi-Minh-Pfad erlaubt haben. Ihr Motto bleibt: „Yes, we can.“

STADT STEHT

Von Kurt Hornickel

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