Martha Söhnlein aus Kleinensee feiert heute zum 100. Mal ihren Geburtstag

100 Jahre Freud und Leid

Wird heute 100 Jahre alt: Martha Söhnlein aus Kleinensee. Sie lebt bis heute in dem Haus, das sie zusammen mit ihrem Mann baute.

Kleinensee. „Etwas Glück gehört wohl auch dazu, um 100 Jahre alt zu werden“, sagt Martha Söhnlein aus Kleinensee. Sie muss es wissen, denn sie feiert heute ihren Jubeltag. Ganz besonders stolz ist sie darauf, die erste Frau im Dorf zu sein, die dieses stolze Alter erreicht. Natürlich wird dieser Ehrentag auch gebührend begangen – mit einer großen Feier, zu der Familie und Bekannte eingeladen sind.

Als viertes Kind ihrer Eltern wurde Martha Söhnlein in Kleinensee geboren. Ein Dorf, das bis zur Grenzöffnung 1989 von drei Seiten von der Mauer umgeben war. Dort hat sie ihr ganzes Leben verbracht und auch ihren Mann Konrad kennengelernt, der in den 1930er Jahren von Coburg nach Kleinensee gekommen war.

Am 28. März 1937 heirateten die beiden und blieben 47 Jahre bis zu dem Tod ihres Mannes zusammen. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Im Laufe der Jahre hat sich Söhnleins Familie um drei Enkel und nocheinmal drei Urenkel erweitert.

1953 zog die Familie in das Haus ein, dass Marta Söhnlein mit ihrem Mann gebaut hatte und in dem sie bis heute zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter wohnt. „Während des Krieges bekamen die Frauen hier keine Arbeit, nicht so wie heute“, erinnert sich Söhnlein. Sie selbst arbeitete im Wald mit und half ihrem Bruder sowie den Bauern im Dorf in der Landwirtschaft aus.

Gerne draußen unterwegs

Ihr großes Hobby war jahrelang ihr Garten, in dem sie Blumen hegte und Pflanzen anbaute. „Das habe ich gern gemacht“, sagt sie. „Ich war auch immer gut zu Fuß unterwegs. Alle Wege habe ich so erledigt, auch sehr weite Strecken“, weiß Söhnlein zu berichten.

Heute, im stolzen Alter von 100 Jahren, bekommt sie regelmäßig und viel Besuch von ihren Nichten und Neffen sowie vom Pfarrer der Gemeinde, der ihr die wöchentliche Predigt auf Kassette aufnimmt und vorbei bringt.

„In hundert Jahren erlebt man vieles – Freud und Leid“, fasst Martha Söhnlein zusammen. Ein Rezept, wie sie so alt geworden ist, hat sie für die nachfolgenden Generationen aber nicht parat: „Das muss jeder selbst ausprobieren“, lacht sie.

Wichtig sei aber die Unterstützung von der Familie, für die sie sehr dankbar ist. Auch dass Martha Söhnlein seit Jahren keine Medikamente gegen etwaige Krankheiten einnimmt, könne eine Rolle spielen, mutmaßen ihre nahen Verwandten.

Von Sarah Rössing

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