Landwirtschaft im Kreis: Wettbewerb ums letzte Pachtland

Pro Jahr geben zehn große Bauernhöfe auf

Friedhelm Diegel

Hersfeld-Rotenburg. Wachsen oder weichen, das bleibt die Faustregel in der Landwirtschaft im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Von 1660 auf 1400 Höfe ist seit dem Jahr 2000 die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreisgebiet bis Ende 2010 zurückgegangen. Das besagt eine Aufstellung des Fachdienstes für den ländlichen Raum.

Danach gab es 2000 noch 290 Haupterwerbs- und 1370 Nebenerwerbsbetriebe. Im vergangenen Jahr waren es noch 230 Haupterwerbs- und 1170 Nebenerwerbsbetriebe.

Pro Jahr geben zehn große und 20 kleine Betriebe auf. Für Kreislandwirt Horst Taube ist das nur die Fortsetzung eines Trends in der heimischen Landwirtschaft. Auch in „Waldhessen“ heißt die Devise in der Landwirtschaft „wachsen oder weichen.“

Es sei statistisch abgesichert, dass sich die Betriebe, die weiter wirtschafteten, alle zehn Jahre in der Größe verdoppelten.

Bei den Nebenerwerbslandwirten werde dagegen auch statistisch erfasst, wenn jemand seine stillgelegte Gärtnerei endgültig abmelde. Momentan, so Taube, sei die Stimmung in der heimischen Landwirtschaft gut, da kein Betrieb in den jüngsten Dioxin-Skandal verwickelt worden sei. Die Erzeugererlöse seien gut, Und ein weiteres Indiz dafür, dass Landwirtschaft sich noch lohnt, ist der Markt der Pachtflächen. Dort gebe es einen starken Wettbewerb um die noch verfügbaren Parzellen.

Die Standortnachteile durch kleine und hängige Äcker in Mittelgebirgslage sieht Friedhelm Diegel mit als Faktoren fürs heimische Höfesterben. ZUM TAGE

Von Kurt Hornickel

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