Autobahnbau zwischen Bad Hersfeld und Kirchheim – Naturschutz von A bis Z

Jägersteig neu, Tunnel nein

Minister Dieter Posch (links) und Peter Wöbbeking, der Leiter des ASV Eschwege.

Bad Hersfeld. Die Autobahn Kirchheim Eisenach ist ein Radiostar. Kein Tag vergeht, ohne dass Staumeldungen über sie ausgestrahlt werden müssen. Zwei Fahrstreifen, aber kein Platz für liegengebliebene Fahrzeuge, Da ist in Windeseile der Stau vorprogrammiert an dessen Ende es kracht. Dies und die ständig steigenden Zahlen im Individual- und Schwerverkehr ließen keinen anderen Schritt als den Ausbau zu. Das lässt sich der Staat etwas kosten.

Allein für die Verkehrssicherung während des Autobahnbaus zwischen dem Kirchheimer Dreieck und dem Becherbach vor der Eichhofsiedlung (am alten Amazon-Logistik-Zentrum) gibt der Bund 1,5 Millionen Euro aus. Als Baustraße wurde der Wirtschaftsweg, der in der Verlängerung der Asbacher Mühlenstraße bis zur Brücke führt, ausgebaut und mit Ausweichbuchten nachgerüstet.

Kein Lkw im Ort

Die Ortslage von Asbach wird von den Baufahrzeugen gemieden. Warnbaken sorgen dafür, dass die Kinder im Bereich der Wohnbebauung nicht unter die Räder kommen.

Besiegelt ist das Schicksal der Unterführung bei der Eichhofsiedlung. Der Zugang zum Walmeröder Grund kommt weg. Die Einwände der Ortsbeiräte haben nichts genutzt. Sie kamen zu spät und fanden beim Bund kein Verständnis. Dafür wird der Jägersteig, von dem nur noch die Sandsteinsäulen stehen, komplett erneuert.

Die Asbachtalbrücke, die in diesem Streckenabschnitt das Nadelöhr bildet, erreicht beim Umbau eine Höhe von 26 Metern über der Talsohle. Nach der Verstärkung ragt die fahrbahnplatte an jeder Seite 4,50 Meter über den jetzigen Oberbau. Nur so ist gewährleistet, dass für jede Richtung 14.50 statt bisher neun Meter zur Verfügung stehen. Für jede Richtung soll es drei Fahrstreifen und einen Standstreifen geben. Dazu muss noch eine 600 Meter lange Stützwand zur Hangsicherung gebaut werden.

Außer den Schritten zur Rettung der Ameisen und dem sozialen Winter-Wohnungsbau für Fledermäuse finanziert der Bund weitere Naturschutzprojekte, um den Eingriff in die Umwelt auszugleichen. In der Gemarkung des Kirchheimer Ortsteils Allendorf werden auf einer Fläche von 1,37 Hektar 4300 Bäume und 6150 Sträucher gepflanzt. Dazu werden 2860 Meter Wildschutzzaun aufgebaut. In Solz bei Bebra bezahlt der Staat die Anlage von Feldholzinseln. Das geschieht in einer Kombination aus Waldneuanlage und naturschutzrechtlichem Ausgleich.

Sieben Zentner Samen

Für Vögel, Reptilien und Amphibien werden 48 künstliche Stein- oder Erdhügel aufgetürmt. Auf 4,4 Hektar werden an den Autobahnböschungen sieben Zentner Gehölzsamen ausgestreut.

Auf weiteren zehn Hektar Böschungen, Banketten und Deponieflächen werden 11 000 Sträucher und 3500 Bäume gepflanzt.

Von Kurt Hornickel

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