Bad Hersfeld liest ein Buch: Festspiel-Intendant Holk Freytag zu Gast in Kohlhausen

Jägerschnitzel für alle

Mit starker Stimme vorgetragen: Die Organisatoren Michael Schütz und Thomas Handke (von links) lauschen gebannt den Worten von Festspiel-Intendant Holk Freytag. Foto: Stehr

Bad Hersfeld. Die Vorfreude auf die Lesung der Reihe Bad Hersfeld liest ein Buch war in Kohlhausen zu spüren. Aber die knapp 80 Zuhörer, die den Weg in die Gaststätte Glebe gefunden hatten, mussten sich gedulden. Für den Beginn der Veranstaltung, bei der Festspiel-Intendant Holk Freytag als Leser auftrat, kursierten zwei Uhrzeiten.

Als es losging, schauten die Gäste gebannt zum Tisch, an dem Freytag gemeinsam mit den Organisatoren Michael Schütz und Thomas Handke Platz genommen hatte.

Klar war: Es würde um Schnitzel gehen. Genauer gesagt, um Jägerschnitzel. Das Gasthaus Glebe bot den passenden Rahmen.

Freytag las aus dem Buch von Friedrich Christian Delius „Die Frau, für die ich den Computer erfand“ eine Passage, in der Konrad Zuse einem Gesprächspartner Jägerschnitzel als Mahlzeit anpreist. Und sagte dann zu seinem Publikum: „Nun können sie bestellen!“

Lachen aus vielen Kehlen hallte durch den Saal. Aber anders als Zuses Gegenüber im Buch mussten sich die Gäste nicht dem Vorwurf aussetzen, manipuliert worden zu sein. Sie waren ja bereits mit der Vorfreude auf Jägerschnitzel zur Lesung erschienen. Und sie machten ihre Bestellung auch nicht mehr rückgängig, als Freytag mit starker Betonung weiter las und stellvertretend für Zuse vom „verdammten Jägerschnitzel“ sprach. Auch der Hinweis, dass aus Leuten, die sich so beeinflussen lassen „nie ein Erfinder geworden wäre“, sorgte nur für Lächeln in den Gesichtern der Zuhörer. So auch beim Vergleich zwischen Rentnern und Rentieren. Oder, wenn bekannte Orte der Region im Text auftauchten.

Mit dem Ende der Lesung tischte Familie Glebe dann auf, worüber vorher geredet wurde: Jägerschnitzel.

Von Claudia Stehr

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