Prozess: Hersfelder soll über 300 000 Euro bezahlen

Nach Scheidung: Iranische Ehefrau will "Morgengabe"

Prozess um die „Morgengabe“: Ramin R. gestern vor der TV-Kamera im Amtsgericht Bad Hersfeld. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Um die islamische Tradition der „Morgengabe“ geht es bei einem Prozess vor dem Familiengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld: 814 Goldmünzen im Wert von etwas mehr als 300 000 Euro fordert die geschiedene iranische Ehefrau des Bad Hersfelder Geschäftsmannes Ramin R. (49).

Das Geld soll der seit elf Jahren wieder in ihrer Heimat lebenden Frau als Altersvorsorge und Entschädigung dienen.

Die 38-Jährige beruft sich dabei auf eine in der Heirats- wie auch in der Scheidungsurkunde verankerte Vereinbarung, die den Ehemann zur Zahlung der Münzen verpflichtet.

Ramin R. beantragte über seinen Rechtsanwalt, die Klage abzuweisen. Zwar hätten er und seine Frau nach der Hochzeit im Iran 2004 für kurze Zeit in Bad Hersfeld zusammengelebt, jedoch sei die Ehe nie vollzogen worden. „Ich habe im Gästezimmer geschlafen“, sagte R. gestern unserer Zeitung. Seine Frau sei psychisch krank gewesen und nach wenigen Wochen wieder in den Iran zurückgekehrt. 2007 wurde die Ehe geschieden.

Das Gericht in Bad Hersfeld muss konkret über eine Teilklage über 130 Goldmünzen (etwa 50 000 Euro) befinden sowie über die Frage, ob in diesem Fall in Deutschland iranisches Recht angewendet werden kann. Eine Entscheidung wird in drei bis vier Wochen verkündet. (ks)

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