Kultfigur mit viel Herz

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Hoch über „seinem“ Bad Hersfeld: Im Riesenrad fühlt sich Feuermeister Udo Roßbach wohl.

BAD HERSFELD. Heute geht es endlich los, das Bad Hersfelder Lullusfest. Nicht fehlen darf dabei Feuermeister Udo Roßbach. Und egal wo die sympathische Symbolfigur auftaucht, Roßbach wird gleich von Kindern wie Erwachsenen freundlich begrüßt und umringt. Das Amt des Feuermeisters ist zwar ein Ehrenamt, aber ein echter Vollzeitjob. Trotzdem fand Roßbach Zeit für eine Runde im Riesenrad.

Herr Roßbach, Herr Feuermeister... Wie wird denn der Feuermeister eigentlich korrekt angesprochen?

UDO ROSSBACH: In der Lolls- Woche ganz klar als Feuermeister. Aber auch übers Jahr hin sprechen mich viele so an, der Feuermeister ist einfach eine Institution hier in Hersfeld und viele kennen meinen richtigen Namen auch gar nicht. Aber der Feuermeister ist eben der Feuermeister und das macht ja auch Spaß!

Fühlen Sie sich denn als Herschfeller Kultfigur?

ROSSBACH: Man sagt, es sei eine Kultfigur. Ja, ich denke schon. Das gehört einfach zum Lullusfest dazu. Ich bin schon in der Nachbarschaft des ersten Feuermeisters aufgewachsen, da ist einem das Amt einfach noch näher.

Sie sind jetzt seit zwölf Jahren im Amt – wie lange wollen und können Sie denn noch?

ROSSBACH: Das werde ich entscheiden, wenn es soweit ist. Eigentlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber das sage ich schon seit ein paar Jahren.

Auch „auswärts“ werben Sie ja fleißig für Lolls, wie begeistern Sie „Fremde“ für unser Volksfest?

ROSSBACH: Ob in Fulda oder Luxemburg: Ich bin einfach da und finde ein paar warme Worte. Viele, denen ich begegne, fragen auch gleich interessiert nach: Was ist denn Lolls und was macht der Feuermeister? Ich erkläre denen dann alles. Aber man kann eigentlich nicht viel erzählen, man muss es einfach sehen und erleben. Lolls ist eine Mitmachaktion.

Wenn sie die ganze Woche über in Ihrem Kostüm unterwegs sind, bleibt da überhaupt Zeit zum Waschen?

ROSSBACH: Ich habe noch eine Ersatzjacke, denn beim Bratwurstessen geht schon mal mal etwas Senf daneben....

Und bei so vielen Terminen, braucht der Feuermeister da schon eine Sekretärin?

ROSSBACH: Das macht meine Frau. Wir sind sozusagen ein Familienunternehmen Feuermeister. Meine Freunde müssen sich auch vorab immer die Lolls-Rede anhören. Nur verraten dürfen sie natürlich nichts!

Was war denn Ihr bislang schönstes Lolls-Erlebnis?

ROSSBACH: Oje, da gibt es ganz viele schöne Erinnerungen. Ich freue mich immer wieder auf Lolls und lebe auf, wenn Lolls näher rückt. Wenn ab heute nur noch die Begrüßung Bruder Lolls fällt, das ist toll. Schön sind auch die vielen freundschaftlichen Treffen und meine täglich Fahrt im Riesenrad zum Beispiel. Wenn ich hier rausgucke, sehe ich die Ecken der Jugend, denn ich bin hundert Meter von hier aufgewachsen. Das ist mein Hersfeld.

Gab es im Amt auch mal ein peinliches oder unangenehmes Erlebnis?

ROSSBACH: Man tritt immer mal ins Fettnäpfchen, aber das ist halt so. Das passiert jedem, einem Feuermeister natürlich auch. Es gibt aber tatsächlich auch traurige Erlebnisse. Wir haben an Lolls schon viele Freunde verloren. Letztes Jahr am Lolls-Montag ist meine Mutter verstorben, das war schon heftig. Aber es geht weiter und man muss da sein, denn es gibt nur den einen Feuermeister. Da muss man dann durch, mit einer Träne im Knopfloch.

Zur Person

UDO ROSSBACH ist am 10. April 1957 in Hersfeld geboren worden – innerhalb der Stadtmauern, wie es für das Amt des Feuermeisters Pflicht ist. Heute lebt er in Asbach. Das Amt des Feuermeisters hat der Herschfeller in diesem Jahr seit zwölf Jahren inne. Roßbach ist in zweiter Ehe verheiratet, lebt in einer „Patchworkfamilie“ und hat drei Söhne. Seit 1971 gehört er der Feuerwehr Hersfeld an und ist außerdem im Schützenverein. Sei liebstes und zeitintensivstes Hobby ist aber natürlich das Feuermeister- Amt.

Von Nadine Maaz

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