Internationales Flair beim Treffen der Deutsch-Kanadischen-Gesellschaft in der Bad Hersfelder Schilde-Halle

Im Zeichen des Ahornblattes

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BAD HERSFELD. Wer in der Schule gepennt hat, verstand an diesem Abend nur die Hälfte. Denn beim Jahrestreffen der Deutsch-Kanadischen-Gesellschaft (DKG) in der Schilde- Halle in Bad Hersfeld gehörte Dreisprachigkeit zum guten Ton. Kein Wunder, denn in Kanada sind französisch und englisch offizielle Amtssprachen, weshalb auch alle Redner beim Festakt mindestens ein paar Sätze in den Sprachen des jeweiligen Partnerlandes sagten.

Anlass für den Festakt war das 50-jährige Bestehen des DKG-Werkstudenten-Programms, das seit 1964 rund 2500 jungen Deutschen einen drei monatigen Arbeitsaufenthalt in Kanada ermöglicht hat. Auch in diesem Jahr brechen wieder knapp 20 junge Leute auf, um Freiheit und Abenteuer in der grenzenlosen Weite Kanadas zu erleben.

„Kanada trifft Bad Hersfeld – eine wunderbare Kombination.“ Michael Roth

Ehrengast war Kanadas Botschafterin in Berlin, Marie Gervais- Vidricaire, die betonte, wie wichtig es für junge Leute ist, die heimische Komfortzone zu verlassen und in die Welt hinaus zu gehen – denn reisen bildet. Für junge Kanadier gehöre Deutschland zu den Top 5 der Reiseziele. Die Botschafterin lobte die wertvolle Arbeit der DKG, „die es vermag, junge Menschen für Kanada zu begeistern.“ (Interview unten) Staatsminister Michael Roth begrüßte die Botschafterin in makellosem Englisch und sagte: „Bad Hersfeld trifft Kanada – das ist eine wunderbare Kombination“. Roth erinnerte an die schmerzvollen Jahre der deutschen Teilung und betonte, dass Kanada die deutsche Einheit stets unterstützt habe, obwohl sich beide Länder in den Weltkriegen als Feinde gegenüberstanden. Heute indes seien beide Staaten exzellente Partner. Er lobte Kanada für seine gelungene Einwanderungs- und Integrationspolitik und meinte, „da können wir Deutschen uns eine Scheibe von abschneiden“.

Für die Landesregierung war Staatssekretär Wolfgang Dippel nach Bad Hersfeld gekommen. Er erzählte, dass sein Sohn derzeit in den USA einen Austausch absolviere. „Es ist wichtig aufeinander zuzugehen und die Werte anderer Menschen kennenzulernen“, sagte er. Bürgermeister Thomas Fehling zeigte sich stolz, dass die Deutsch-Kanadische Gesellschaft in Bad Hersfeld tagt. Und er berichtete, dass im Jahr 1951 eine der ersten Trocknungsmaschinen von Benno Schilde nach Neufundland geliefert wurde.

Stimmungsvoller Auftakt: Die Ulli-Meiß-Chöre sangen zum Auftakt die deutsche und die kanadische Nationalhymne.

Voll des Lobes waren alle Gäste für Bad Hersfeld, die schöne Atmosphäre in der mit Ahornblatt-Flaggen geschmückten Schilde-Halle, das schmackhafte deutsch-kanadische Buffet und die gute Organisation. Ihr Dank ging an das Team um Sparkassen-Vorstand Gerhard „Gary“ Heß, der das Jahrestreffen in die Stadt geholt hatte. Heß selbst war vor 25 Jahren Werkstudent in Kanada und sitzt heute im Präsidium der Gesellschaft.

K+S aktiv in Kanada

Wie unmittelbar die Beziehungen auch zwischen unserer Region und Kanada sind, wurde bei einem Vortrag von Jens Werdemann deutlich, der für K+S ein gewaltiges Kali-Projekt in den unendlichen Weiten Saskatchewans betreut. Umrahmt wurde die Veranstaltung von Chor und Blechbläsern der Modellschule Obersberg unter Leitung von Ulli Meiß, die die Nationalhymnen beider Länder sangen und einem bunten Schnupperprogramm des Festspielensembles

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