Das Haus der Berufsorientierung hat nun eine feste Adresse am Hersfelder Linggplatz

Interessen unter einem Dach

Das Haus der Berufsorientierung hat nun ein Dach: Zur Eröffnung der neuen Räume gab es ein Expertengespräch mit (von links) Koordinatorin Venessa Korth, 1. Vorsitzendem Wilfried Brandau, Schülerin Laura Gneupel, Dr. Michael Ludwig von der IHK, 2. Vorsitzenden und Erster Kreisbeigeordneten Elke Künholz, Moderatorin Annette Hannapel und Kerstin Stautmeister von K+S. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Nach der symbolischen Grundsteinlegung durch die Vereinsgründung, hat das Haus der Berufsorientierung mit Räumen in Bad Hersfeld am Linggplatz 10 nun auch ein Dach.

Die Idee zu dem Projekt, an dem neben der Industrie- und Handelskammer, der Landkreis Hersfeld-Rotenburg und Vertreter der heimischen Wirtschaft beteiligt sind, war bereits vor zwei Jahren entstanden. „Damals wollten zwei Schülerinnen trotz eines guten Abschlusses Hartz-IV beantragen“, erklärt Elke Künholz, Erste Kreisbeigeordnete und zweite Vorsitzende des Vereins. Das habe aufhorchen lassen und nachdenklich gemacht.

Im Haus der Berufsorientierung (HDBO) will man sich zentral um die Beschäftigungs- und Ausbildungsfähigkeit junger Menschen kümmern und vielfältige Orientierungsangebote schaffen. Gleichzeitig sollen die Unternehmen profitieren, die auf der Suche nach den passenden Auszubildenden sind. Perspektiven in der Region sollen aufgezeigt werden, um junge Menschen als Fachkräfte von morgen zu halten. „Wir wollen die verschiedenen Institutionen und ihre Aktivitäten bündeln“, so Künholz. Zum Vorsitzenden des Vereins war im September 2013 Bäckermeister Wilfried Brandau gewählt worden. „Auch wir haben Probleme, Auszubildene zu bekommen“, berichtet Brandau. Aber nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen müssten sich bemühen, auch für große Konzerne wie K+S sei es nicht immer einfach, wie Ausbildungsleiterin Kerstin Stautmeister berichtet.

Finanziert wird das HDBO zunächst von der IHK Kassel-Marburg. „Später wird sich das Projekt hoffentlich selbst tragen“, blickt Dr. Michael Ludwig optimistisch in die Zukunft. Der Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK gesteht dem Projekt eine Vorreiterrolle zu.

Um dessen jüngste Fortentwicklung zu feiern, hatten die Verantwortlichen jüngst zu einer kleinen Feierstunde inklusive Expertengespräch an die neue Adresse eingeladen, die ab sofort als zentrale Anlaufstelle dienen soll. Dort sollen nicht nur Jugendliche beraten werden. „Auch die Eltern brauchen oft einen Ansprechpartner“, weiß Elke Künholz.

Als Koordinatorin ist Venessa Korth Ansprechpartnerin für Ratsuchende und Unternehmen. Interessierte können laut Korth jederzeit zu den Öffnungszeiten vorbeikommen (siehe Hintergrund), nach Absprache seien aber auch individuelle Termine, etwa am Abend, möglich. Eine eigene Homepage ist in Planung.

Zu den ersten zahlenden Mitgliedsbetrieben zählen bislang die IHK Kassel-Marburg, der Landkreis Hersfeld-Rotenburg, die Bäckerei Brandau, die K+S Kali GmbH, die Klinikum Bad Hersfeld GmbH, Kniese Hotels, GLS Neuenstein, die Schade & Sohn Gmbh sowie die Messer Industriemontagen & Apparatebau GmbH.

Von Nadine Maaz

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