Kommunalwahl 2011: Kleinere Parlamente, oft keine Ortsbeiräte

Das Interesse an der Politik schwindet

Hersfeld-Rotenburg. Nicht nur die Zahl der Menschen, die noch zur Wahl gehen, sinkt: Auch die Bereitschaft, sich ehrenamtlich in den Dienst der Demokratie und des Gemeinwesens zu stellen nimmt in unserem Landkreis spürbar ab. Das lässt sich an den Unterlagen des Kreis-Wahlleiters für die Kommunalwahl am 27. März ablesen.

In Ludwigsau reagierte man auf das nachlassende Interesse von potenziellen Kandidaten und fuhr die Zahl der Parlamentarier von 31 auf 25 zurück. Dazu wurden auch die Ausschüsse um zwei Mandatsträger auf sieben Sitze abgestockt. Statt bisher neun Beigeordneten sitzen dem hauptamtlichen Bürgermeister nach der Neukonstituierung nur noch sieben ehrenamtliche Vorstandmitglieder zur Seite. Im selben Verhältnis verordnete sich der Friedloser Ortsbeirat eine Schrumpfkur.

Freiwillig verkleinert

Freiwillig hat sich das Haunecker Gemeindeparlament von bisher 23 auf 19 Mandatsträger verkleinert. Obwohl der Zusammenschluss der sieben Dörfer eine der wenigen Zuzugskommunen im Landkreis ist, entschloss sich die Vertretung zur Selbstbeschränkung.

Die Gemeinde kämpft wie alle Kommunen im Landkreis mit einem chronischen Haushaltsdefizit und musste ein Konsolidierungsprogramm starten. Deshalb entschloss sich das Parlament, 13 Euro Sitzungsgeld je Tag und Kopf und die Fahrtkosten zu sparen. Die Ortsbeiräte bestehen nur noch aus vier statt bisher fünf Mitgliedern.

Aus demografischen Gründen musste sich die Gemeindevertretung von Nentershausen verkleinern. Weil die Zahl der Einwohner unter die magische 3 000er-Grenze sank, darf das Gemeindeparlament nur noch 15 Vertreterinnen und Vertreter zählen. Bisher haben noch 23 Vertreterinnen und Vertreter von SPD und CDU Sitz und Stimme. Immerhin wird in Hattenbach (Marktgemeinde Niederaula) wieder ein Ortsbeirat gewählt. ZUM TAGE

Von Kurt Hornickel

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