Ex-Festspielintendant Holk Freytag bleibt Bad Hersfeld mit neuer Initiative erhalten

Intensive Kultur im Keller

Intensives im Grebe-Keller: Ex-Festspielintendant Holk Freytag (links), Götz Geissler (rechts) und Achim Grebe stecken hinter der neuen Kulturinitiative für Bad Hersfeld. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Intendant der Bad Hersfelder Festspiele ist Holk Freytag nicht mehr. Doch dem Kulturangebot in der Kreisstadt bleibt der 71-jährige Theatermacher erhalten – auch über seine Regiearbeit mit Kleists „Der zerbrochne Krug“ für die Festspiele 2015 hinaus.

Denn Holk Freytag steckt gemeinsam mit den Hersfeldern Götz Geissler und Achim Grebe hinter einer neuen Initiative, die künftig in loser Folge für intensive Begegnungen in den Bereichen Schauspiel, Jazz, Lesung, Vortrag und Diskussion sorgen möchte.

Veranstaltungsort wird dabei immer der Grebe-Keller am Linggplatz sein, jenes Spielstätten-Kleinod, das vor elf Jahren von Freytags Vorgängerin Elke Hesse entdeckt wurde. Allerdings war das Gewölbe unter dem gleichnamigen Haushaltswarengeschäft bisher ein Provisorium, in dem beispielsweise die Beleuchtung mit vier Lampen aus dem Laden, einem altersschwachen Scheinwerfer aus dem Theater in Ulm und zwei weiteren kleinen Lichtern auskommen musste – allesamt ohne Steuerung. „Entweder Licht an oder aus“, beschreibt Götz Geissler die Möglichkeiten.

Für die Verwirklichung der neuen Pläne fanden sich jedoch rund 10 000 Euro, die Holk Freytag in seiner Zeit als Intendant als Honorar für seine Einführungsvorträge zu den Festspielproduktionen erhalten hatte. Die investierte er jetzt in die technische Infrastruktur für den Grebe-Keller. Zehn Scheinwerfer, zwei davon farbig und alle regelbar, ein Beamer samt Leinwand und eine professionelle Tonanlage sind das Ergebnis.

Erstklassig besetzt

Premiere der kulturellen Privatinitiative ist am kommen Samstag mit einer erstklassig besetzten musikalischen Inszenierung, die sich Michael Ondaatjes Roman „Buddy Boldens Blues“ widmet. Bei der Hommage an den „Urvater des Jazz“ werden die Schauspieler Julian Weigend und Andrea Cleven mitwirken, dazu die renommierten Musiker Rainer Winterschladen (Trompete), Wolfgang Schmidteke (Bassklarinette), Christian Ramond (Kontrabass) und Bernd Oeszevim (Schlagzeug).

Die Karten für die 60 Plätze im Grebe-Keller sind allerdings längst vergriffen, der Vorverkauf dauerte keine 24 Stunden.

Für weitere Veranstaltungen hat Holk Freytag schon jede Menge Pläne und Ideen, ein lange vorausgeplantes Programm wird es jedoch nicht geben. Vielmehr soll der Keller für kulturelle Überraschungen gut sein – jedoch immer auch mit Gelegenheit, hier in der Pause und im Anschluss an die Aufführung ein Glas Wein zu trinken.

Informationen über bevorstehende Termine gibt es unter www.festspielgefluester.de. Dort besteht auch die Möglichkeit, einen Newsletter zu abonnieren.

Von Karl Schönholtz

Kommentare