Lob und Kritik für das neue Wochenmarktkonzept – Abstimmung mit Gastronomen

„Insel“ gefällt nicht jedem

Der Bad Hersfelder Wochenmarkt hat sein Erscheinungsbild verändert. Den Einen gefällt’s, den Anderen nicht, und mancher Kunde hat es gar nicht gemerkt. Neu sind etwa die geschlossenen Verkaufswagen auf dem Linggplatz (siehe links im Bild). Fotos (2): Maaz

Bad Hersfeld. Die Einen sind zufrieden, die Anderen nicht, und so manchem ist es gar nicht aufgefallen: Das neue Erscheinungsbild des Bad Hersfelder Wochenmarkts spaltet die Gemüter.

Das Konzept der „Insel mit grünen Rändern“ (HZ berichtete) soll vor allem in den Wintermonaten ein geschlosseneres Bild schaffen, wenn weniger Händler da sind. Damit die zentrale „Insel“ als Kern des Marktes immer besetzt ist, sind die Plätze in der Mitte des Linggplatzes an die Händler vergeben worden, die das ganze Jahr über ihre Waren anbieten. Zudem ist das Tabu gebrochen worden, keine geschlossenen Verkaufswagen vor den Häusern zu platzieren. Die Pflanzen- und Gemüsestände am Rand des Marktes sollen Frische symbolisieren.

„Gewinner und Verlierer“

„Die Reaktionen sind geteilt“, berichtet Jürgen Kemmet vom Fuchshöfe-Team als Sprecher der Händler. „Ich persönlich finde die Idee gut, aber es muss sich übers Jahr zeigen, wie das Ganze funktioniert“, so Kemmet, der mit seinem Wagen nun auch vor der historischen Häuserfront steht. „Es gibt Gewinner und Verlierer“, sagt Blumenhändler Christian Hör, der seit 30 Jahren nach Bad Hersfeld kommt. „Man muss sich daran gewöhnen.“

Das meint auch Imker Gottfried Fritz, der mit seinem Stand nur um einige Meter rücken musste und die Zentralisierung schön findet. Er wünscht sich allerdings mehr Unterstützung von der Stadt, was die Werbung für den Markt betrifft, wobei natürlich auch die Händler ihr Zutun leisten müssten. „In Fulda läuft das besser“, so Fritz.

Gemüsehändler Karo Basdemir, der als Ganzjahresanbieter einen Premiumplatz hat, findet das neue Konzept „optimal, so bleibt der Marktcharakter auch im Winter erhalten“. Dass die Händler, die am Rand stehen, sich benachteiligt fühlen, könne er aber verstehen.

„Mir ist die neue Ordnung gar nicht aufgefallen“, gibt Martin Dräger lachend zu, der regelmäßig auf dem Markt einkauft. „Ich habe meine festen Stände und finde, was ich will. So groß ist der Markt ja nicht.“

Scharfe Kritik an der neuen Standordnung übt Metin Cenik. Der Blumenhändler aus Bad Hersfeld fühlt sich diskriminiert und sieht seine Existenz bedroht. „Ich komme seit 28 Jahren her, zweimal in der Woche, und jetzt finden mich viele Stammkunden nicht mehr“, klagt er. Bislang hatte Cenik seinen Stand auf dem Linggplatz, jetzt muss er seine Waren auf dem Parkplatz neben dem Sportlereck anbieten. „Das ist nicht richtig“, pflichten ihm zwei Kunden bei. „Im Winter ist es zu kalt für die Blumen“, begründet Cenik seine saisonale Abwesenheit. „Das sieht aus wie ein Campingplatz“, kritisiert er auch das neue Bild auf dem Linggplatz.

Dem dort ansässigen Juwelier Matthias Laufer-Klitsch gefallen die geschlossenen Wagen ebenfalls nicht. „Die optische Attraktivität hat stark nachgelassen“, meint er. Die Attraktivität des Wochenmarkts steigern zu wollen, sei absolut richtig, nur: „Vorher war es nicht optimal, aber jetzt ist es nicht optimaler.“

Bei der Stadt laufen derzeit die Abstimmungen mit den Gastronomen, um deren Angebote verstärkt einzubeziehen. Am Kernkonzept soll laut Pressesprecher Maik Ebert festgehalten werden, wobei in Einzelfällen aber noch Verschiebungen möglich seien. „Dazu wird es in Kürze noch ein Gespräch mit den Händlern geben“, erklärt Ebert. Seite 8

Von Nadine Maaz

Kommentare