Evangelische Kreissynode kam zur ersten Tagung der neuen Arbeitsperiode zusammen

Inge Sehmer an der Spitze

Bad Hersfeld. Knapp ging es am Samstag bei der ersten Sitzung des neu zusammengesetzten Parlaments des Evangelischen Kirchenkreises Hersfeld zu. Zum einen dauerte es eine Zeit, bis die erschienenen 89 der zurzeit 105 Synodalen im großen Saal des Martin-Luther-Hauses Platz gefunden hatten. Zum anderen gab es bei einigen Wahlen Kampfabstimmungen, so dass ganz genau ausgezählt werden musste.

Aber das war kein Problem für den Wahlvorstand um Pfarrer Jörg Scheer und den Synodalen Klaus Kompfe. Zusammen mit dem erstmals agierenden Dekan Dr. Frank Hofmann sorgten beide zunächst dafür, dass Inge Sehmer aus Bad Hersfeld, Lehrerin im Ruhestand, Prädikantin und seit sechs Jahren bewährte Vorsitzende der Kreissynode, einstimmig wiedergewählt wurde. Als ihr Stellvertreter wird weiterhin der Bad Hersfelder Klinikseelsorger und bekannte Zirkus- und Schaustellerseelsorger Volker Drewes fungieren, der darüber hinaus als zweiter Geistlicher – und damit als Vertreter des Dekans – in den Kirchenkreisvorstand gewählt wurde. Er wiederum wird vertreten von der Kindergottesdienst-Beauftragten des Kirchenkreises, der Schenklengsfelder Pfarrerin Marie-Therese Eckardt. Als „Laien“ (Nicht-Geistliche) wurden einstimmig die Prädikantin und Zytologie-Assistentin Bärbel Kümpel aus Neukirchen und der Studienrat Thomas Schytrumpf aus Friedlos neben Inge Sehmer in den Kirchenkreisvorstand gewählt. Als Vertreterinnen bestimmten die Synodalen die Fleischereifachverkäuferin Petra Möller aus Hilmes, die Lehrerin Sigrid Rausch aus Bad Hersfeld und die Diätassistentin Anneliese Schade-Blum aus Tann, die sich gegen die Lehrerin im Ruhestand Helga Völker aus Bad Hersfeld durchsetzen konnte. Völker wurde daraufhin in den Propst-Findungs-Ausschuss gewählt.

Dem Dekan-Findungsausschuss gehören im Fall des unwahrscheinlichen Falles, dass schon bald ein Nachfolger für den neuen Chef des Kirchenkreises gesucht werden müsste, die Architektin Daniela Kirschner-König aus Heringen und der Dozent Daniel Faßhauer aus Bad Hersfeld an. Anstelle des wegberufenen Raboldshäuser Pfarrers Frank Weber wurde die Wölfershäuser Pfarrerin Andrea Koch als Ersatzdelegierte in die Landessynode gewählt.

Nach der Besetzung der Ausschüsse und weiterer Positionen berichtete Pfarrer Thomas Funk von den jüngsten Tagungen der Landessynode, bei denen es vor allem um geistliche Leitung, die Sicherstellung der Verkündigung des Evangeliums und die Anpassung von Strukturen ging.

Mit Blick auf die „Limburger Verhältnisse“ stellte er fest, dass in der evangelische Kirche gelte: „Transparenz ist oberstes Gebot. Alle Ausgaben werden von demokratisch gewählten Gremien verwaltet und kontrolliert.“ Angesichts zu erwartender weiterer Mitgliederverluste sei von einem deutlichen Rückgang des realen Kirchensteueraufkommens auszugehen, was fortwährende Anpassungen notwendig mache – auch wenn die „solide arme“ kurhessische Landeskirche nie über ihre Verhältnisse gelebt habe.

Von Wilfried Apel

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