Schmallenberg-Virus bedroht auch Kälber

Infizierte Lämmer wohl erst der Anfang

Hersfeld-Rotenburg. Ein nachgewiesener Fall des neuen Schmallenberg-Virus und fünf gemeldete Verdachtsfälle bei Schafen aus dem Landkreis sind nur die Spitze eines Eisberges.

Diese Botschaft brachte am Donnerstagabend Amtstierarzt Dr. Thomas Berge vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landkreis den Ortslandwirten aus dem gesamten Kreis mit ins Friedloser Bürgerhaus.

Berge wies darauf hin, dass bislang zwar nur Schaflämmer tot oder verkrüppelt geboren worden seien. Dennoch bedrohe das neue Virus, das sich sintflutartig von Holland ausgehend in Europa ausgebreitet hat, auch für alle Wiederkäuer, also auch Ziegen und Kühe. Schafe haben nur eine Tragezeit von 156 Tagen. Bei Kühen ist sie jedoch doppelt solange. Angesichts der zu vermutenden Ansteckung im Herbst geht Berge davon aus, dass im März, April und Mai erst das volle Ausmaß der Infektion überschaubar sein werde. „Dann wird es spannend“, sagte Berge. Zudem seien auch noch nicht alle Schaflämmer geboren.

Berge wies die Halter von Kühen darauf hin, dass ein Nachlassen des Milchflusses, Fieber, unerklärlicher Durchfall bei Kühen oder Missbildungen an Kälbern Anzeichen der Virusinfektion sein könnten. Der Amtstierarzt bat um Meldung. Im Landkreis werden momentan noch 7 000 Kühe gehalten. (kh)

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