Schweinegrippe: Nur wenigen wollen Pandemrix - Apotheker: Verteilsystem bewährt

Impfwille sinkt gen null

Hersfeld-Rotenburg. Während vor zwei Monaten die Impfdosen gegen Schweinegrippe im Landkreis Hersfeld-Rotenburg knapp wurden und sogar das Gesundheitsamt um ausreichend Stoff fürchtete, interessiert die Vorsorgeimpfung jetzt scheinbar niemanden mehr. Drei Apotheken im Kreis sind dazu berechtigt, Pandemrix an die Hausärzte zu verteilen. Und dort ist man sich einig: Die Nachfrage ist gleich null.

„Wenn ich wollte, könnte ich jetzt jede Menge Pandemrix bekommen. Aber im Moment interessiert es keinen“, sagt Rolf Heise aus der Elch-Apotheke in Bebra. Das eine oder andere Fläschchen hätten die Ärzte der Region noch auf Lager, habe er gehört. Im Gesundheitsamt lagern sogar noch 2200 Dosen Pandemrix. Geimpft wurden 2400 Leute während der Hochzeit der Pandemie. Was genau mit dem verbleibenden Stoff geschehen soll, werde laut Michael Adam aus dem Büro des Landrats noch mit dem zuständigen hessischen Ministerium geklärt.

Pandemie ebbt ab

Die gesunkene Nachfrage nach der Impfung gegen den H1N1-Virus sei im Zusammenhang mit den sinkenden Zahlen der bestätigten Neuerkrankungsfälle zu sehen. An Schweinegrippe erkrankten im Kreis nach dem Wissen vom Amtsarzt Dr. Dieter Gobrecht insgesamt 206 Menschen, lediglich drei davon seit 1. Januar. „Außerdem scheint sich in der Bevölkerung der Eindruck durchgesetzt zu haben, dass die Krankheitsverläufe, sofern keine schwerwiegenden Grunderkrankungen vorhanden sind, eine Impfung nicht rechtfertigen“, erklärt Gobrecht.

„Bei mir wurden noch einzelne Dosen Pandemrix für Schwangere nachgeordert, aber ansonsten ist die Nachfrage völlig zusammengebrochen“, bestätigt auch Jürgen Göbel von der Brücken-Apotheke in Heringen. Das eigentliche Problem sei jedoch laut Saskia Hildwein von der City-Apotheke Bad Hersfeld, dass beim Hersteller noch genug da sei: „Und das muss ja irgendwer bezahlen.“ Bezahlt wurden die Apotheker für ihre Logistikleistungen jedoch noch nicht. Für das Annehmen und Verteilen des Impfstoffs bekommen sie pro Zehner-Dosis 5,80 Euro. Das Verteilsystem habe sich aber bewährt, stellte Heise abschließend fest.

Von Judith Strecker

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