Vor allem Häuser in Städten sind gefragt / Kaum Neubautätigkeit

Immobilien-Markt kommt in Bewegung

Hersfeld-Rotenburg. Die konjunkturelle Belebung der Wirtschaft kommt jetzt auch auf dem Immobilienmarkt im Kreis an. „Die Talsohle ist erreicht, es geht wieder aufwärts“, sagt der Leiter des Immobilien-Centers der Sparkasse, Helmut Möller.

Sein Kollege Manfred Brehm, Geschäftsführer der VR-Hausverwaltung GmbH, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir haben keine Talsohle gespürt, aber die stetige Nachfrage hat jetzt noch zugenommen“.

Brehm macht einen verstärkten „Trend zu Sachwerten“ aus. Nach der Wirtschaftskrise gehe für viele „Sicherheit vor Rentabilität.“ Weil die Neubautätigkeit im Kreis durch die Beschränkung von Bauplätzen stark abgenommen habe, profitierten nun vor allem Verkäufer von Alt-Immobilien von der erhöhten Nachfrage

Dabei registrieren die Immobilienexperten ein starkes Preisgefälle zwischen Städten wie Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra und den kleineren Gemeinden. „Je besser die Infrastruktur des Ortes, desto höher der Preis“, erläutert Möller.

Durchschnittspreise seien schwer zu beziffern, es gebe gewaltige Preisschwankungen. Die meisten der angebotenen Altimmobilien bewegten sich von 100 000 bis 150 000 Euro. „Ab 200 000 Euro wird der Markt eng“, sagt Möller. Dabei gebe es auch große Unterschiede zwischen dem eigentlichen Bauwert eines Hauses und dem Verkehrswert, der derzeit auf dem Markt zu erzielen sei.

„Immobilien sind schnell zu verkaufen, wenn der Preis stimmt“, sind sich Brehm und Möller einig. Rund sechs Monate benötigen die Profis im Schnitt für den Verkauf eines Hauses. Begünstigt werde die Nachfrage durch das derzeit niedrige Zinsniveau. Aber die Experten rechnen mit einem Anstieg auf rund fünf Prozent in 2011. Wer kann, sollte kaufen, denn auch die Mieten steigen. Mietwohnungen sind stark gefragt, weil andererseits immer noch viele Arbeitnehmer im Kreis nicht genug verdienen, um sich ein Eigenheim leisten zu können. Zum Tage

Von Kai A. Struthoff

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