Wochenendporträt: Bettina Semsch leitet die Verbraucherberatung Bad Hersfeld

Immer wieder neue Fragen

Liefert Antworten auf viele Fragen: Bettina Semsch ist die neue Leiterin der Verbraucherberatung Bad Hersfeld. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Das Schöne an ihrer Arbeit bei der Verbraucherberatung ist die Abwechslung, findet Bettina Semsch. Seit Februar 2012 arbeitet sie als Beraterin dort, inzwischen hat sie auch die Leitung übernommen. „Wenn die Tür aufgeht, weiß man nie, womit die Leute kommen“, sagt Semsch.

Sehr viel häufiger als früher geht es den Ratsuchenden um juristische Themen: Ist meine Nebenkostenabrechnung in Ordnung? Soll ich meine Lebensversicherung behalten oder kündigen? Wie wechsle ich am besten den Strom- oder Gastanbieter und was muss ich dabei beachten? Gibt es irgendwelche Fallen in dem Ratenkaufvertrag, den ich abschließen möchte? – „Da haben die Leute viele Fragen“, hat Bettina Semsch festgestellt. Und da ist sie als Juristin an der richtigen Stelle.

Einfach reinspaziert

Zur Verbraucherberatung ist sie eher zufällig gekommen. Nach der Familienphase besuchte sie einen Kurs für Berufsrückkehrerinnen. Dort gab ihr jemand den Tipp, sie solle es doch einmal bei der Verbraucherberatung versuchen. Gesagt, getan. „Ich bin da einfach reinspaziert und habe nachgefragt“, erinnert sich Semsch. Und sie hatte Glück. Denn Elisabeth Feick-Schreiber, die vorherige Leiterin, wollte in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen und da kam ihr Bettina Semsch mit ihren juristischen Fachkenntnissen gerade recht.

Trotz der Fülle der Informationen, die heute im Internet jederzeit verfügbar sind, sei der Bedarf an persönlicher Beratung nach wie vor groß, sagt Bettina Semsch. Viele Menschen hätten sich zwar vorinformiert, legten aber doch Wert auf das persönliche Gespräch. Da geht es dann mitunter auch um das Für und Wider einer Kaufentscheidung oder um das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist, zum Beispiel mit einem Telefonvertrag, ohne das Problem konkret benennen zu können.

Bettina Semsch und ihre Kolleginnen nehmen sich dann Zeit für die Beratung, die je nach Aufwand vier bis zehn Euro kostet. Nicht immer können sie helfen. „Manchmal sind die Leute nicht zufrieden mit dem, was wir ihnen sagen. Sie glauben zum Beispiel, es gebe ein allgemeines Rückgaberecht nach einem Kauf. Aber das gibt es nicht“, erläutert Semsch.

In der Verbraucherberatung liegen zudem immer die neuesten Zeitschriften von Stiftung Warentest aus, in denen zum Beispiel Haushaltsgeräte bewertet werden. Auch das werde von den Verbrauchern gerne genutzt, sagt Semsch. Fragen zu hauswirtschaftlichen Themen gibt es dagegen inzwischen relativ selten, manchmal noch zu Reinigungsmitteln, haben die Beraterinnen festgestellt.

Nicht alle Informationen haben Bettina Semsch und ihre Kolleginnen immer präsent. Aber sie bilden sich stetig weiter und wissen, wo sie fragen müssen. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man jemandem geholfen hat“, sagt Bettina Semsch. Auch das mag sie an ihrer Arbeit. Hintergrund, Zur Person

Von Christine Zacharias

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