Immer wieder Angriffe auf Polizisten im Kreis

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Hersfeld-Rotenburg. Sanitäter und Feuerwehrleute in Hessen werden immer öfter attackiert. Das zeigen kürzlich veröffentlichte Zahlen des Innenministeriums.

Und auch Polizisten werden im Dienst immer wieder angegriffen. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kommt das etwa 30-mal im Jahr vor, von einer zunehmenden Gewalt gegen Vollstreckungsbeamte kann laut Polizeisprecher Manfred Knoch aber keine Rede sein.

3071 körperliche und/oder verbale Attacken auf Polizeibeschäftigte gab es 2015 in Hessen, 2014 waren es 3207, ein Jahr zuvor 3016. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg schwanken die Zahlen ebenfalls. In den Jahren seit 2010 wurden zwischen 24 und 36 Fälle registriert. Die Entwicklung sei nicht besorgniserregend, so Knoch. Zuletzt waren es sogar weniger Attacken. 24 Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gab es 2015 im Bereich der Polizeidirektion Bad Hersfeld-Rotenburg. 2014 waren es noch 35.

Meist sind es laut Knoch Faustschläge oder Fußtritte, die die Polizisten erleiden müssen, aber auch Bisse hat es schon gegeben. Nur in seltenen Fällen würden gefährliche Gegenstände eingesetzt. „Häufig kommt es bei Familienstreitigkeiten oder Fällen von häuslicher Gewalt zu solchen Angriffen“, weiß Knoch aus der Praxis zu berichten. Oft sei auch Alkohol im Spiel. Die Täter sind im Übrigen nicht nur junge Männer. „Das geht quer durch die Bank“, so Knoch. „Mit so etwas müssen die Kollegen immer rechnen.“

Das Tragen von Schutzwesten sei deshalb sinnvoll, ist aber freiwillig, erklärt Knoch. In erster Linie seien die Polizisten geschult, in heiklen Situationen zu deeskalieren oder es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.

Umgekehrt wurden Polizisten in den vergangenen sechs Jahren dreimal wegen Körperverletzung angezeigt. Solche Fälle werden dann generell von anderen Dienststellen bearbeitet, erklärt Knoch.

Von Nadine Maaz

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