Prof. Dr. Wolfgang Fahle geht in den Ruhestand

Immer da, wenn’s ums Klinikum ging

Professor Dr. Wolfgang Fahle (rechts) übergibt die Leitung der Klinik für Anästhesiologie an Dr. Martin Grapengeter. Foto:  Zacharias

Bad Hersfeld. Noch heute ist Professor Dr. Wolfgang Fahle davon überzeugt, dass die Unterschrift, die er vor 28 Jahren unter den Vertrag mit dem damaligen Kreiskrankenhaus Bad Hersfeld setzte, eine seiner klügsten Taten war. Das sahen, so erinnert sich Fahle, seine damaligen Kollegen an der Uniklinik in Marburg anders und fragten ihn, was er da im Zonenrandgebiet in so einer kleinen Klitsche wolle. Doch Fahle ließ sich nicht beirren und hat die Entscheidung für Bad Hersfeld nie bereut.

Dass aus dem kleinen Kreiskrankenhaus von damals inzwischen ein konkurrenzfähiges Klinikum wurde, das fast alle wichtigen medizinischen Gebiete abdeckt, daran war auch Wolfgang Fahle beteiligt. „Dass ich daran mitwirken konnte, das macht mich froh und stolz“, sagt er.

20 der 28 Jahre am Hersfelder Klinikum war er nicht nur Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, sondern stand auch als ärztlicher Direktor oder als dessen Stellvertreter in Verantwortung. Am Freitag wurde Fahle in den Ruhestand verabschiedet (wir berichteten).

„Ich gehe frohgemut und leichten Herzens und lege meine Nachfolge in gute und kompetente Hände“, sagte Wolfgang Fahle, der sich auf mehr Zeit für seine Familie und den Sport freut. Vor drei Jahren, als er eigentlich das Alter für den Ruhestand erreicht hatte, sei das noch nicht so gewesen, räumt Fahle ein, der immer mit Leidenschaft gearbeitet hat.

Er habe nie „Nein“ sagen können, wenn es um die Weiterentwicklung des Klinikums ging. Und so wurde er nicht nur Leitender Notarzt und Initiator des Rendezvous-Systems im Rettungswesen, sondern führte auch ein, dass der Notarztwagen von einem ausgebildeten Anästhesiepfleger gefahren wird, der dann an der Unfallstelle gleich als fachkundiger Helfer zur Verfügung steht. Fahle installierte auch ein Team leitender Notärzte und organisierte, dass sowohl das St. Elisabeth-Krankenhaus als auch die Orthopädische Klinik vom Klinikum mit Anästhesisten mitversorgt werden.

„Das geht schon“

Fahle übernahm auch die Leitung der Krankenpflegeschule und etablierte eine Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger Anästhesie gemeinsam mit dem Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg. „Das geht schon“, sei eine typische Aussage Fahles gewesen, der immer erst einmal angefangen habe, erzählt Geschäftsführer Martin Ködding.

Dennoch gab Fahle seinem Nachfolger Dr. Martin Grapengeter den Rat „Lassen sie sich nicht so viel auf’s Auge drücken“ mit auf den Weg. Grapengeter wird die Leitung der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am 1. März übernehmen. Er ist zurzeit in leitender Funktion an einer Klinik in Groningen in Holland tätig. Grapengeter ist verheiratet und hat mit seiner Frau Susanne, die ebenfalls Ärztin ist, drei Töchter.

Von Christine Zacharias

Kommentare