Quellen und Tiefbrunnen sind weniger belastet

Landwirte düngen bewusster: Immer weniger Nitrat im Trinkwasser

+

Hersfeld-Rotenburg. Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen ist die Belastung des Trinkwassers mit Nitrat in Waldhessen zurückgegangen.

Keine Sorgen um das Trinkwasser müssen sich die Bürger in den Mitgliedskommunen der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) machen. Die Belastung des Trinkwassers mit Nitrat ist in den Quellen ebenso gesunken wie in den Tiefbrunnen, obwohl es bei den Brunnen bis zu 40 Jahre dauert, bis das Wasser in der Tiefe angelangt ist.

Der Grenzwert von maximal 50 Milligramm Nitrat im Liter Trinkwasser wird in den AGLW- Kommunen weit unterschritten. Bei den intensiv betreuten Quellen sinkt er seit 1995 deutlich und beträgt bei den höchsten Jahreswerten durchschnittlich 18 Milligramm Nitrat/Liter. In den Brunnen ist der Wert mit 20 stabil bis fallend.

Das Beispiel des besonders problematischen Tiefbrunnens Rotensee (Hauneck) zeigt den Erfolg der Beratung: Hier waren in einem Gutachten (2003) für 2015 70 Milligramm prognostiziert worden, doch der Wert schwankt aktuell um 50.

Die Nitratgehalte stehen in direktem Zusammenhang mit der Düngung in der Landwirtschaft. Seit die AGLW vor 25 Jahren ihre Tätigkeit aufnahm, ist der Stickstoffgehalt in den Böden nach der Wachstumsphase stetig gesunken. 100 Kilo Stickstoff fanden sich 1990 im Herbst pro Hektar in den Böden. Im vergangenen Jahr dagegen war der Stickstoff nahezu vollständig von den Pflanzen verbraucht worden. Das heißt, die Landwirte düngen heute viel bewusster. Das heißt außerdem, dass der Nährstoff, der im Winter von den Pflanzen gar nicht gebraucht wird, nicht in Brunnen, Quellen, die Flüsse und das Meer ausgewaschen werden kann. Denn im menschlichen Körper wandelt sich Nitrat in krebserregende Nitrosamine um, in Gewässern fördert es die Veralgung.

Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass die Landwirte die Düngeempfehlungen der AGLW nicht nur in den Wasserschutzgebieten umsetzen, sondern auf all ihren Flächen. (ank)

Wie die AG den Landwirten hilft, optimal zu düngen, und wo die Probleme liegen, dazu lesen Sie mehr in der gedruckten Montagausgabe der Hersfelder Zeitung.

Kommentare