Bei Vorsorge haben auch Jugendliche im Landkreis Nachholbedarf

Immer weniger Junge sorgen fürs Alter vor

Hersfeld-Rotenburg. Immer weniger junge Leute sorgen fürs Alter vor. Das hat eine aktuelle Umfrage der Union-Investment-Gesellschaft zur Altersvorsorge ergeben. Obwohl 65 Prozent der 20- bis 29-Jährigen eine private Vorsorge für wichtig halten, haben sich im zweiten Quartal 2011 nur 30 Prozent mit dem Thema beschäftigt. Im Quartal davor waren es 40 Prozent.

„Vor allem für junge Leute ist das Thema noch in weiter Ferne“, weiß Alfons Retting, Marketingleiter der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg. Auch im Landkreis gebe es noch viele junge Menschen, die nicht abgesichert sind. „Wenn man jung ist, hat man erst mal andere Dinge vor Augen“, so Retting. Wer aber zwischen 20 und 30 Jahre alt ist, werde ohne private Vorsorge seinen Lebensstandard im Alter nicht halten können. „Der wichtigste Schritt ist, sich beraten zu lassen“, sagt Retting. Das gehe in weniger als einer halben Stunde. „Man muss sehen: Welche Lücken sind schon geschlossen, was sagt der Geldbeutel?“ Neben der gesetzlichen Altersvorsorge gebe es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: eine betriebliche Vorsorge über den Arbeitgeber und die private, wie zum Beispiel die Riester-Rente.

„Mit der Riester-Rente können junge Menschen ihr Geld besser vermehren als mit anderen Vorsorgevarianten“, sagt Benjamin Kratzenberg, Kundenberater der VR-Bank. Das liege an der staatlichen Förderung. Aber, so Kratzenberg, Produkte, die gleich zu Beginn hohe Kosten verursachen, sollte man vermeiden.

„Nicht mal Finanzexperten wissen, welche Produkte man ehrlichen Herzens einem 20-Jährigen empfehlen kann“, sagt Philipp Stielow vom Sozialverband VdK Hessen-Thüringen. „Einerseits sollen die Leute privat vorsorgen, andererseits macht dies nur Sinn, wenn sie fast lückenlos beschäftigt sind“, so Stielow. In strukturschwachen Regionen wie Nordhessen sei das aber oft schwer möglich. Hintergrund/Zum Tage

Von Claudia Hempel

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