Lieblingsorte: FDP-Landtagskandidat Bernd Böhle sorgt als Schiedsrichter für Ordnung

Immer schön fair bleiben

Gelb ist seine Farbe: Bernd Böhle ist der Landtagskandidat der FDP. Der 23-jährige Bad Hersfelder steht als Schiedsrichter auf den Fußballplätzen in der Region, und kann viele Parallelen zwischen dem Job auf dem Rasen und dem als Politiker nennen. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Eine klare Linie ist Bernd Böhle wichtig. Auf dem Fußballplatz und in der Politik. Der 23-jährige Verwaltungsfachangestellte ist in seiner Freizeit als Schiedsrichter in der Region unterwegs und geht bei der Landtagswahl im Wahlkreis 11 (Hersfeld) für die FDP ins Rennen.

„Politik hat mich schon immer interessiert“, sagt Böhle beim Gespräch im Hessenstadion, dem „Wohnzimmer“ seines Heimatvereins. „Und ich habe im Verein schon immer gerne Verantwortung übernommen.“ Neben seinem Schiedsrichterjob für die SG Hessen/SpVgg ist Böhle unter anderem in der Hersfelder Schützengilde und im Skiclub Neuenstein aktiv.

In die FDP ist der 23-Jährige vor rund fünf Jahren eingetreten, nachdem er sich 2007 bei der Bad Hersfelder Bürgermeisterwahl für Thomas Fehling (FDP) engagiert hatte. Er teile die bürgerliche Einstellung rund um Freiheit, Eigenverantwortung und Leistungsgerechtigkeit, und von daher „war es nur logisch, zur FDP zu gehen“, um aktiv eigene Ideen einzubringen. So regeltreu er als Fußball-Schiedsrichter ist, im Alltag ist Böhle entschieden gegen allzu viele Regeln und für eine größtmögliche Selbstbestimmung.

Kurz nach seinem Eintritt in die FDP kam der Bad Hersfelder in den Kreisvorstand der FDP, dessen stellvertretender Vorsitzender er inzwischen ist. Seit 2011 ist er Stadtverbandsvorsitzender und Vertreter in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung, wo er die FDP auch als Fraktionsvorsitzender „anführt“. Keine sechs Jahre nach seinem Parteieintritt tritt Böhle mit Anfang 20 nun also als Kandidat für den Landtag an.

Sein Alter hält Böhle nicht für hinderlich. „Das wird zwar erstmal mit wenig Erfahrung in Verbindung gebracht, aber wenn man sich einen guten Ruf erarbeitet hat, wird man akzeptiert“. Das gelte in der Politik wie auf dem Platz. Als Schiedsrichter ist Böhle bis zur Kreisoberliga im Einsatz, als Assistent bis zur Hessenliga. „Dank dieser Einsätze, kenne ich auch fast jedes Dorf im Kreis“, sagt Böhle schmunzelnd.

Der 23-Jährige kennt das Fußballspielen aber nicht nur in der Theorie. „Bis zur A-Jugend war ich Torwart, dann habe ich mit der Schiedsrichterausbildung angefangen.“ Faul ist er nicht: Zusätzlich zu seiner Ausbildung in der Kreisverwaltung und den vielen Freizeitengagements absolvierte Böhle noch ein Abendstudium in Betriebswirtschaft.

Die Parallelen zwischen dem Schiedsrichteramt und dem politischen Geschäft sind für Böhle offensichtlich: „Man muss eine klare Linie fahren, fair und neutral sein, den Umgang mit Kritik lernen und auch mal unpopuläre Entscheidungen treffen.“ Ein positiver Nebeneffekt: „Dabei entwickelt man schnell eine eigene Persönlichkeit.“ Und es bleibt die Erkenntnis: „Man kann es nicht jedem Recht machen, es gibt immer einen, der meckert.“

„Für die Region arbeiten“

Wichtig sei auf dem Platz wie in der Politik zudem eine gute Vorbereitung. Auch zum Gespräch mit der HZ kommt Böhle gut vorbereitet, das Wichtigste hat er auf einem Blatt Papier notiert. „Als Politiker sollte man sich an die Fakten halten und sachlich bleiben“, meint Böhle. Halbwahrheiten mag er gar nicht. Es gehöre aber auch dazu, sich ständig selbst prüfen. „Keiner ist unfehlbar“, weiß Böhle.

Die Landtagskandidatur ist für ihn mehr als der Aufstieg in eine höherere Liga. „Ich möchte für die Region arbeiten und nicht nur Parteiprogramme runterbeten“, betont Böhle. Für seine Heimat will er weiterhin kommunalpolitisch tätig sein, sollte es mit dem Einzug in die Landespolitik klappen. Wem er gerne mal die „dunkelrote Karte“ zeigen würde? „Rot-Rot-Grün“. Da ist auch der sonst so sachliche Bernd Böhle mal emotional.

Von Nadine Maaz

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