Zwei Monate Auszeit vom Beruf sind die Regel

Immer mehr Väter nutzen Elternzeit

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr Männer im Kreis Hersfeld-Rotenburg nehmen Elternzeit in Anspruch. Seit der Einführung dieser Regelung 2007 ist der Anteil der Väter, die sich für kurze Zeit aus dem Berufsleben verabschieden, um ganz für ihr Kind da zu sein, von 96 auf 196 im Jahr 2009 gestiegen. Diese Zahlen nennt das Statistische Landesamt.

Insgesamt ist innerhalb der vergangenen drei Jahre jedoch keine signifikante Steigerung der Paare zu verzeichnen, die Elternzeit in Anspruch nehmen: 2007 wurde insgesamt von 881 Müttern und Vätern Elterngeld beantragt, 2008 waren es 1112, im vergangenen Jahr jedoch nur 1080. Frauen sind dabei klar in der Überzahl.

Und nicht nur das: Stichproben bei Arbeitgebern im Kreis haben gezeigt, dass praktisch alle Väter nur für zwei Monate aus ihrem Berufsleben ausgestiegen sind. Das ist die Mindestzeit, um den in Genuss von Elterngeld zu kommen. Mütter dagegen bleiben länger zu Hause bei ihrem Kind.

„99 Prozent der Mütter nehmen mindestens ein Jahr Elternzeit in Anspruch“, weiß Gerhard Mutter, Personalleiter im Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrum. Etwa die Hälfte nutze die drei möglichen Jahre voll. Zwei Ärzte hätten sich für zwei Monate ausgeklinkt, außerdem ein Pfleger und ein Therapeut. Beim Bad Hersfelder Unternehmen TLT haben im vergangenen Jahr 14 Männer für jeweils zwei Monate Elternzeit beansprucht. „Die Entwicklung ist enorm“, weiß Personalsachbearbeiterin Brigitte Bachmann.

In der Kreisverwaltung hat sich die Väterzeit noch nicht wirklich durchgesetzt: 2008 hat ein Mann für zwei Monate pausiert. Zum Vergleich: Zwölf Frauen nutzten damals die Elternzeit. Im vergangenen Jahr konzentrierten sich zwei Väter auf die Betreuung ihrer Kinder.

Bei Conti in Bebra halten sich die Männer ebenfalls zurück: Drei bleiben für zwei Monate zuhause.

Von Silke Schäfer-Marg

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