Zeitraum der Kinderbetreuung im Kreis wird allerdings kürzer

Immer mehr Väter beziehen Elterngeld

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Hersfeld-Rotenburg. Die Anzahl der Väter im Kreis, die beruflich pausieren und ihre Kinder zuhause betreuen, hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Nach Angaben des Hessischen Amts für Versorgung und Soziales in Gießen bezogen im Jahr 2008 noch 192 Männer das Elterngeld. Im Jahr 2012 waren es schon 385.

Damit folgt der Kreis Hersfeld-Rotenburg einem bundesweiten Trend: Laut Statistischem Bundesamt liegt die Väterbeteiligung in mehr als jedem dritten Kreis mittlerweile bei etwa 30 Prozent. Gründe für die verstärkte Kinderbetreuung durch die Väter gebe es viele, sagt Silke Mander vom Fachbereich Elterngeld beim Hessischen Amt für Versorgung und Soziales. So sei in erster Linie eine starke Familienorientierung spürbar. „Viele Männer schätzen es, die ersten Monate mit ihrem Kind zu verbringen“, sagt Mander.

Zudem würden ältere Geschwisterkinder betreut, um die Mutter mit dem Neugeborenen zu entlasten. In Betracht müsse aber auch gezogen werden, dass mit der in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegenen Erwerbstätigkeit von Frauen ihre finanzielle Unabhängigkeit einhergehe.

Auch wenn faktisch mehr Väter Elterngeld beantragen, ist die Anzahl der Monate, die sie in die Kinderbetreuung investieren, gering. So pausierten im vergangenen Jahr 111 Männer zwei Monate zugunsten der Kindererziehung. Die maximal möglichen zwölf Monate schöpften hingegen nur acht Väter aus. Das liege vermutlich daran, dass Männer in der Regel doch besser verdienten als Frauen, sagt Silke Mander. Das Elterngeld könne keine finanzielle Dauerlösung sein.

Es diene lediglich dazu, die Startbedingungen für junge Familien deutlich zu verbessern. Ziel sei es auch, Perspektiven für Mütter zu schaffen: Bleibt der Partner zuhause, können sie schneller wieder in den Beruf zurückkehren. Hintergrund, Zum Tage

Von Emily Spanel

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