Zahl der Jugendlichen mit Alkoholvergiftung nimmt zu

Immer mehr junge Komasäufer im Kreis

Hersfeld-Rotenburg. In die Krankenhäuser im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden immer mehr junge Menschen mit Alkoholvergiftung eingeliefert. Sowohl das Klinikum Bad Hersfeld als auch das Kreiskrankenhaus in Rotenburg melden einen Anstieg an solchen Patienten im Alter von 13 bis 20 Jahren.

Damit bestätigen die Krankenhäuser den Landestrend. In Hessen sind im vergangenem Jahr 1761 junge Menschen mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. 2003 waren es 1047 (Hintergrund).

„Bei uns wurden 2009 und 2010 jeweils 23 Patienten aus dieser Altersgruppe eingeliefert“, sagt Holger Krotzky vom Kreiskrankenhaus in Rotenburg. Allerdings nannte er für 2011 bereits 27 Fälle. „Damit scheinen wir den Trend zu bestätigen“, so Krotzky. Allerdings seien gerade bei solchen kleinen Zahlen durch Einzelfälle schnell Ausschläge zu verzeichnen.

Genaue Zahlen gibt es im Klinikum Bad Hersfeld nicht. An lediglich fünf bis sechs Fälle im Jahr 2010 erinnert sich Dr. Susanne Kölsch, Oberärztin am Klinikum. Auch sie bestätigt einen leichten Anstieg der Zahl der Patienten, die mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert werden.

„Die Anzahl hält sich glücklicherweise in Grenzen“, sagt Kölsch. Aber sechs Fälle seien immer noch sechs Fälle zuviel.

Dabei ist die Situation den meisten Jugendlichen sehr peinlich, sagt die Oberärztin.

Gefährlich ist eine Alkoholvergiftung vor allem, weil durch unkontrolliertes Erbrechen Lungenschäden oder Ersticken drohen, auch starker Flüssigkeitsverlust und Herzrhythmusstörungen können auftreten. Selten müsse der Magen ausgepumpt werden, weil der Alkohol schnell ins Blut gehe, sagt Kölsch. Auf der Intensivstation werden deshalb vor allem die Atmung und der Herzrhythmus überwacht und bei Bedarf wird Flüssigkeit über die Vene gegeben. Seite 2

Zum Tage/Hintergrund

Von Reemt Bernert

Kommentare