Auch in Waldhessen liegt die Quote bei über 30 Prozent

Immer mehr Geburten per Kaiserschnitt

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr Kinder kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Auch im Klinikum Bad Hersfeld, dem einzigen Krankenhaus im Kreis Hersfeld-Rotenburg, in dem noch Entbindungen stattfinden, ist das nicht anders: Gut ein Drittel der Babys werden hier per Kaiserschnitt entbunden.

Die Gründe dafür sind auch für den Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Kai Fischer, nicht leicht zu erklären. Er arbeitet seit 25 Jahren in der Geburtshilfe und weiß, dass zu Beginn seiner Tätigkeit die Kaiserschnittrate noch bei etwa zehn Prozent lag. Unter Gynäkologen habe man weltweit eine Zunahme an Kaiserschnitten registriert.

Bequemlichkeit werdender Mütter oder deren Angst vor Schmerzen einer spontanen, also „normalen“ Geburt – wie häufig unterstellt wird – ist nach seiner Ansicht keine Ursache für den Eingriff. Vorstellbar sei eher eine bessere Frühdiagnostik: Risiken für Mutter und Kind seien eher erkennbar und ließen Mediziner im Zweifelsfall eine Entscheidung für den Kaiserschnitt treffen.

Frauen seien heute schon durch das Internet weitaus besser über Entbindungsmöglichkeiten informiert, allerdings nicht immer vollständig und objektiv. So könne ein Kind in Beckenendlage durchaus normal entbunden werden, diese Lage werde aber auch als Grund für einen Kaiserschnitt akzeptiert – weil er schonender für das Kind sei.

Dass eine Klinik durch einen Kaiserschnitt mehr Geld einnehme als eine spontane Geburt sei unterm Strich nicht richtig, erklärte Dr. Fischer weiter. Deshalb wehrt er sich auch gegen Unterstellungen, in Krankenhäusern würde aus Kostengründen zunehmend zu Kaiserschnittentbindungen geraten. Für Kaiserschnitte müsse es immer medizinische Gründe geben, schließlich handele es sich dabei um einen operativen Eingriff mit allen Risiken. HINTERGRUND, ZUM TAGE, SEITE 2

Von Silke Schäfer-Marg

Kommentare