Rate liegt im Landkreis bei 30 Prozent – Ärzte: nicht unbedenklich

Immer mehr Babys per Kaiserschnitt geboren

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr Frauen bekommen ihr Kind per Kaiserschnitt. 30 Prozent waren es im Jahr 2008, teilt das Statistische Bundesamt mit. Im Vergleich zu 1991 mit 15 Prozent hat sich die Zahl verdoppelt.

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist der Trend spürbar. Der Rotenburger Gynäkologe Thomas Schmitt sagt: „Unter den etwa 150 Rotenburger Geburten pro Jahr sind inzwischen um die 50 Kaiserschnitte.“ Die Bad Hersfelder Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe hat ebenfalls eine Steigerung auf knapp 30 Prozent festgestellt. Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Horst-Dieter Urbahn, hat beobachtet: „Immer mehr Frauen wünschen sich unter der Geburt einen Kaiserschnitt, weil sie sich die Schmerzen nicht zutrauen.“ Einen weiteren Grund für den Trend sieht er im angestiegenen Prozentsatz der Risikoschwangerschaften, etwa wenn das Kind zu groß ist.

Es gebe auch vermehrt Wunschkaiserschnitte, ergänzt Gynäkologe Thomas Schmitt. Er sieht das kritisch, weil viele Frauen aus „Lifestyle“-Gründen darauf bestünden. Davor warnt auch Hebamme Christiane Friedrich aus Rotenburg: „Wir raten, einen Kaiserschnitt gut zu überdenken, wenn es keine medizinischen Gründe gibt.“ Solche Gründe, die einen Kaiserschnitt nötig machen, sind unter anderem eine Querlage des Kindes, eine HIV-Infektion der Mutter oder wenn der Mutterkuchen den Geburtskanal verschließt. „Manche Frauen haben auch von einer früheren Geburt traumatische Erlebnisse und wollen das auf keinen Fall wieder erleben“, sagt Hebamme Christiane Friedrich. Auch Ängste vor Komplikationen einer natürlichen Geburt müssen ernst genommen werden. Beratung sei das A und O.

Es gebe eine Alternative zum Kaiserschnitt, bei der der gefürchtete Geburtsschmerz gelindert werden könne. Bei der so genannten Periduralanästhesie (PDA) wird eine lokale Betäubung vorgenommen. Hintergrund, Zum Tage

Von Elisa Schubert

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