Etwa ein Viertel der Paare war länger als 20 Jahre verheiratet

Immer mehr Altehen werden geschieden

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Scheidungsverfahren beim Familiengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld, zuständig für den gesamten Kreis, ist leicht gesunken. Im Jahr 2008 wurden noch 305 neue Verfahren anhängig, ein Jahr später waren es 300 und 2010 nur noch 291. Das teilte der Leiter der Behörde, Direktor Hermann Eimer, mit.

Eimer hält es jedoch für voreilig, daraus den Schluss zu ziehen, dass der Trend zu mehr Scheidungen gestoppt ist. Vielmehr weist er darauf hin, dass in den vergangenen Jahren auch die Zahl der Eheschließungen zurückgeangen ist.

Hermann Eimer hat allerdings einen neuen Trend festgestellt: Es werden immer mehr Altehen geschieden, also Ehen, die länger als 20 Jahre bestanden. In seinem Familiendezernat waren von 100 scheidungswilligen Paaren 27 schon seit Jahrzehnten verheiratet, ein Paar sogar seit 45 Jahren.

Neue Partner

Besonders auffällig findet Eimer, dass verstärkt Ehen aufgelöst werden, die in den 1980er Jahren geschlossen wurden. Scheidungsgrund ist häufig ein neuer Partner oder eine neue Partnerin. Sowohl Männer als auch Frauen orientierten sich in der Mitte des Lebens neu, stellt Eimer fest, es gebe allerdings eine leichte Häufung bei den Männern. Dabei sei jedoch das klassische Muster, dass Männer sich eine deutlich jüngere Partnerin suchten, nicht mehr vorherrschend.

„Die Menschen sind heute im Alter von 50 oder 60 Jahren im Regelfall gesünder und vitaler als früher. Damit steigt auch die Bereitschaft, in dieser Phase des Lebens noch einmal eine neue Beziehung einzugehen“, sagt Eimer. Von dem verlassenen Partner werde die Trennung nach so vielen Jahren aber häufig als persönliche Katastrophe erlebt.

Auch finanziell gebe es bei Scheidungen längjähriger Ehen keine Gewinner, machte Eimer deutlich. Zum Tage

Von Christine Zacharias

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