Montagsinterview: Olaf Meckbach ist Fahrer von Landrat Dr. Michael Koch

Immer gut gefahren

HEF – LR 200 ist startklar: Olaf Meckbach hat den Dienstwagen des Landrats vor dem Eingang der Kreisverwaltung bereitgestellt. Foto: Henkel

Bad Hersfeld. Zwischen zwei Terminen steht der Dienstwagen des neuen Landrats Dr. Michael Koch vorm Eingang des Landratsamts in Bad Hersfeld. Am Steuer: Olaf Meckbach, der in den vergangenen 30 Jahren Kochs Vorgänger Norbert Kern, Alfred Holzhauer, Roland Hühn und Dr. Karl-Ernst Schmidt chauffiert hat. Wir haben die Gelegenheit genutzt und sind mal kurz zugestiegen.

Hallo Herr Meckbach – wir waren verabredet ...

Meckbach: Klar, steigense ein!

HEF – LR 200 ist ein Fünfer-BMW, schwarz glänzend, tiefe und weiche Ledersitze.

Wissen Sie eigentlich noch, wohin die erste Dienstfahrt mit Landrat Dr. Schmidt ging?

Meckbach: Oh nein, das weiß ich wirklich nicht mehr.

Und die letzte?

Meckbach: Ja, das war bei der Verabschiedung von Berthold Diebel, dem Geschäftsführer der Kreisaltenpflege in Niederaula. Am Montag war das.

Und die beeindruckendste Tour?

Meckbach: Die ging nach Brüssel. Zu einer Podiumsdiskussion mit Mitgliedern des Deutschen Landkreistags. Dr. Schmidt war immer top vorbereitet, er hat auf der Fahrt die Akten studiert. Alles, was er sagte, hatte Hand und Fuß!

Hat der Landrat denn mit Ihnen auch über dienstliche Themen gesprochen auf solchen Fahrten?

Meckbach: Natürlich, immer. Wir haben uns über vieles unterhalten. Das war ganz normal.

Die Frage, was denn „vieles“ gewesen sein könnte, braucht niemand zu stellen. Meckbach schweigt natürlich über die persönlichen Gespräche mit seinem Dienstherrn.

Meckbach: Wissen Sie, einmal gab’s eine Panne bei einem Termin, da hab’ ich fast was vermasselt …

Erzählen Sie!

Meckbach: Das war in Berlin. Dr. Schmidt hat von Landwirtschaftsministerin Aigner eine Urkunde bekommen, und ich sollte davon ein Foto machen. Ich hatte aber vorher schon ordentlich Bilder gemacht, und als es soweit war – Akku leer!

Oh. Was haben Sie gemacht?

Meckbach: Ich hab’ einfach einen von den Bodyguards der Ministerin angesprochen, der hatte auch eine Kamera. Hab’ ihm meine Karte gegeben und ihn gebeten, mir das Foto zu mailen. Ich brauchte es ja schnell. Es hat geklappt. Niemand hat was gemerkt.

Verfahren haben Sie sich nie?

Meckbach: Selten. Einmal, auch vor Berlin, da standen wir im Stau. Der Landrat sagte: „Fahren Sie ab“, aber am Steuer hab’ ich das Sagen. Ich bin nicht abgefahren. Und wir hatten Glück: Der Stau war nicht lang. Viele, die zu unserem Termin mussten, waren abgefahren – die kamen dann zu spät, weil es über Land länger dauerte.

Glück gehabt!

Meckbach: Stimmt. Ich fahre übrigens auch hier im Kreis immer mit Navi. Da sehe ich, wie weit ich vom Ziel noch entfernt bin – und weiß, ob ich vielleicht etwas aggressiver fahren muss ...

Das muss Olaf Meckbach bei der nächsten Fahrt nicht tun: Kurz nach dem Gespräch geht es mit Landrat Dr. Koch nach Friedlos zum Termin in einer Kindertagesstätte. Nur wenige Kilometer entfernt.

Von Rainer Henkel

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