250 Dinge, die wir in der Region mögen (42): Die Wisbi-Laufstrecke an der Fulda

Immer am Fluss lang

Jetzt heißt es wieder die Laufschuhe schnüren: Der Ski-Club Neuenstein (hier Übungsleiter Olaf Podszuweit) veranstaltet im Frühjahr und Sommer zweimal wöchentlich Lauftreffs auf der Wisbi-Runde. Infos unter www.scneuenstein.de Foto: Sascha Herrmann/Archiv

Bad Hersfeld. Langsam kommt der Frühling. Vom Eis befreit sind Strom und Bäche. Jetzt gilt es, auch den Körper von überflüssigen Winterkilos zu befreien. Laufen ist dafür ein gutes Mittel zum Zweck. Und eine der schönsten Laufstrecken der Region führt an der Fulda entlang vom Kurbezirk über Kohlhausen, am Johannesberg entlang zurück in die Stadt: Die Wisbi-Runde.

Der Name steht für „Wie schnell bin ich?“, wobei sich diese Frage nicht zwangsläufig stellt. Denn laufen heißt ja nicht unbedingt rennen. Auch für Fußgänger ist die im Jahr 2005 vom legendären Lolls-Lauf-Initiator Heinz Bade angelegte rund zehn Kilometer lange Trainigsstrecke zu empfehlen. „Ambitionierte Läufer sind in 40 bis 45 Minuten gut dabei“, sagte Heide Aust vom Ski-Club Neuenstein, der die Laufstrecke pflegt und in jedem Frühjahr die Beschilderung erneuert. Wer langsamer unterwegs ist, hat dafür mehr Zeit, die Flussaue zu genießen.

Am Hundesportplatz beginnt der dort noch asphaltierte Weg, führt bald unter der Autobahn hindurch und taucht ein in die Wiesen und Versuchsfelder des Eichhofs. Hier draußen ist man meist schon ziemlich allein unterwegs. Nur ein schneidender Wind, der häufig aus Asbach herüberweht, sorgt für eine gesunde Gesichtsfarbe. Graureiher hüpfen verschreckt aus dem Uferdickicht, wenn der Läufer herannaht.

Manchmal kommt auch ein Trecker vorbei. Rund um den Eichhof gibt es gesunde Landluft zu Atmen, bevor am Fulda-Wehr das rauschende Wasser zur Rast einlädt. Durch Kohlhausen führt der Weg, vorbei an einem oft böse bellenden Hofhund, hinein in de Wald. Hier duften die Schollen würzig nach Erde. Holzstapel am Wegesrande zeugen von florierender Waldwirtschaft. Manchmal taucht ein scheues Reh aus dem Unterholz auf.

Der Fluss liegt jetzt tief unter uns. Viel zu schnell endet der Waldspaziergang. Vorbei an der alten Straßenmeisterei mit ihren eingeschlagenen Scheiben geht es bergab zur Fulda. In diesen Tagen fressen sich große Baumaschinen rund um den Fuldasee durch die Erde – hier soll die Stadt noch schöner werden. Ein sehnsuchtsvoller Blick zu den Sommergaststätten am Fuldaufer, die schon Lust auf lange, warme Abende machen.

Dann ist das Ziel erreicht. Und wie schnell war ich? In knapp 90 Minuten lässt sich die Wisbi-Runde zwar schwitzend aber ohne Hecheln gut bewältigen.

Von Kai A. Struthoff

Kommentare