Der Kunstverein feiert seinen 25. Geburtstag mit einer Freiluftausstellung im Schnee

Immer in Bewegung

Bad Hersfeld. Von der Sonne beschienen, im Regen stehen gelassen, von Efeu umrankt oder erst einmal im Schnee versunken ist die Kunst in Bad Hersfeld in diesem Jahr. Der Kunstverein Bad Hersfeld besteht seit 25 Jahren und beginnt sein Jubiläumsjahr mit der Eröffnung einer Ganzjahresausstellung im Bereich der Nordschulteiche mit dem Titel KunstZeit - ZeitKunst. 16 Mitglieder des Kunstvereins setzen ihre Exponate bewusst der Witterung, der Natur und den Betrachtern aus. Die Veränderungen werden monatlich fotografisch dokumentiert und am Ende des Jahres in einer Ausstellung vorgestellt.

Eröffnung am Sonntag

Bürgermeister Boehmer wird KunstZeit-ZeitKunst am Sonntag, 10. Januar um 11.30 im Kapitelsaal eröffnen. Danach ist ein Rundgang durch den Park vorgesehen. Allerdings werden zur Eröffnung noch nicht alle Werke zu sehen sein. Die Flaschenpost, zum Beispiel, ein Objekt von Manfred Grund, das auf dem Teich schwimmen soll, kann erst zu Wasser gelassen werden, wenn das Eis getaut ist. Und auch einige andere Objekte werden erst im Frühjahr installiert.

„Wir sind gespannt, was passiert“, sagt Magdalena Gremm, die Vorsitzende des Kunstvereins. Eine Beteiligung der Betrachter ist übrigens durchaus erwünscht. Menschen, die durch die Leonhard-Müller-Anlagen spazieren und hier ein Spinnennetz zwischen zwei Baumstämmen, dort einen Stuhl auf einem Podest oder Stoffbahnen an den Resten der Stadtmauer entdecken, sollen ihre Gedanken gerne zu Papier bringen und einer dort aufgestellten Kiste anvertrauen.

Die Ausstellungseröffnung ist der offizielle Auftakt des künstlerischen Jubiläumsjahres. Weitere Aktionen sind im Laufe des Jahres zwar vorgesehen, aber noch nicht fertig geplant. Denn ein wenig Improvisation, ein wenig Unkonventionalität hat der Kunstverein sich auch nach 25 Jahren erhalten und das findet Magdalena Gremm auch gut so. Dabei sieht sie den Kunstverein gut eingebunden im städtischen Leben. „Wir werden wahrgenommen und ganz viele Menschen sind uns wohlgesonnen, vom Bürgermeister über die Geschäftsleute bis hin zu Privatpersonen“, sagt sie. „Aber komplett etabliert sind wir nicht.“

In den 25 Jahren seines Wirkens in Bad Hersfeld war der Kunstverein immer in Bewegung. „Wir hatten nie einen festen Raum für unsere Ausstellungen“, erinnert sich Magdalena Gremm. Doch die Not macht erfinderisch und Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten, wie zum Beispiel in leerstehenden Geschäften, haben die Arbeit des Kunstvereins beflügelt. Im Haus der Begegnung gibt es inzwischen nicht nur ein Büro als feste Anlaufstelle, sondern im Atelier unterm Dach der Kinderakademie auch gute Möglichkeiten, mit Gruppen kreativ zu arbeiten. Workshops und Kreativkurse gehörten von Anfang an zum Programm des Kunstvereins. Auf der Wunschliste steht nun allerdings noch ein großes Atelier, in dem großformatig gearbeitet werden kann. Die Künstler hoffen, dass sich bei der Umgestaltung der einstigen Schildehallen etwas Geeignetes für sie findet.

Und so bleiben sie weiter in Bewegung, die Künstlerinnen und Künstler aus der Region, setzen Akzente, laden ein zum Nachdenken oder einfach dazu, sich am künstlerischen Schaffen zu erfreuen.

Von Christine Zacharias

Kommentare