Olaf Meckbach ist seit einem Vierteljahrhundert der Chauffeur des Landrats

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Auf ihn ist Verlass: Der 57 Jahre alte Olaf Meckbach ist seit 25 Jahren der Fahrer des Landrats im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Der amtierende Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt ist bereits Nummer vier. Vorher chauffierte Meckbach schon Roland Hühn, Alfred Holzhauer und Norbert Kern. Foto: Reymond

Bad Hersfeld. Olaf Meckbach ist ganz nah dran an der großen Politik – zumindest an der im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Und das schon seit 25 Jahren. Ein Mandat hat der Hersfelder freilich nicht. Aber seit eben diesem Vierteljahrhundert ist er der Fahrer des Landrats.

„Ich weiß über viele politische Dinge Bescheid, bevor die Zeitung darüber berichtet hat“, sagt Meckbach. Das ist auch nicht schwierig, denn wenn immer der Landrat zu einem Termin muss, wird er von Meckbach gefahren. Und dabei wird natürlich auch im Auto Politik gemacht.

„Wenn das Telefon klingelt, kann ich ja nicht die Ohren zumachen“, erklärt der Fahrer. Doch in privater Runde über die Gespräche seines Chefs zu plaudern, das gibt es nicht. Olaf Meckbach ist verschwiegen. Das zeichnet ihn aus. Und das schätzt nicht nur der amtierende Landrat Dr. Schmidt an ihm. Auch von seinen drei Vorgängern habe es keinen Grund zur Klage gegeben. Davon geht Meckbach jedenfalls aus. „Wenn es nicht so gewesen wäre, dann hätte ich meinen Job heute sicher nicht mehr“, sagt er.

Eine Kerze zum Geburtstag

Zu allen vier Landräten hatte und hat Meckbach ein sehr gutes Verhältnis. Jedes Jahr am 8. Februar besucht er beispielsweise das Grab von Norbert Kern, um dort eine Kerze anzuzünden.

Kern war der erste Landrat, für den der gelernte Bundesgrenzschützer Meckbach als Fahrer tätig war. Kern beschreibt er als Macher, der Kontakte in die große Bundespolitik hatte. „Vor der Grenzöffnung waren wir oft in Bonn und in Bad Godesberg. Da habe ich Willy Brandt, Herbert Wehner, Egon Bahr und all die SPD-Granden kennengelernt. Der Norbert Kern hatte einen guten Draht zur Parteispitze und hat viel Geld in den Landkreis geholt“, erinnert sich Olaf Meckbach an seine ersten Jahre beim Landkreis.

Kerns Nachfolger Alfred Holzhauer bezeichnet der Fahrer als den Sparsamen. „Er war ein Finanzfachmann durch und durch, der sich im Gesundheitswesen hervorragend auskannte.“

Der Dritte im Bunde, Roland Hühn, ist laut Meckbach ein Mann mit Weitsicht. „Hühn hat sich um den Erhalt des Bundeswehrstandorts Rotenburg und die Rettung des Herz- und Kreislaufzentrums in Rotenburg nach der Insolvenz verdient gemacht“. In Sachen Bundeswehr habe er in Berlin dem damaligen Verteidigungsminister Roland Scharping buchstäblich auf den Füßen gestanden. „Übrigens hatte der Roland Hühn am Samstag Geburtstag“, erwähnt Meckbach beiläufig.

Heute fährt Meckbach Dr. Karl-Ernst Schmidt zu dessen Terminen. „Dr. Schmidt ist ein Politiker mit Verstand und Weitblick. Ich fand es sehr souverän, wie er in Sachen Linksherzkathetermessplatz vorgegangen ist. Er arbeitet anständig und unangreifbar“, glaubt sein Fahrer.

Einmal blitzte es

Auch Olaf Meckbach macht seine Arbeit gut. In all den Jahren auf den Straßen hat er mit den Dienstwagen der Landräte jährlich zwischen 50 000 und 80 000 Kilometer zurückgelegt. „Da bin zwar einige Male geblitzt worden, hatte aber nie einen Unfall. Nur einen Punkt habe ich noch zu D-Mark-Zeiten erhalten, da ich bei Butzbach einmal in einer Abstandskontrolle zu dicht aufgefahren bin“, erinnert sich Meckbach.

Verfahren hat er sich in all den Jahren zweimal. Einmal in Berlin und einmal in Kassel. Und nur zweimal musste der Landrat einen Termin ausfallen lassen, weil Meckbach wegen Staus das Ziel nicht rechtzeitig ansteuern konnte. Eine gute Quote, die er in den kommenden Jahren halten möchte.

Von Mario Reymond

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