Dieter Ingber aus Goßmannsrode hält am Fuße des Eisenbergs 30 Bienenvölker

Imker aus Leidenschaft

Dieter Ingber prüft die Füllung der Honigwabe. Foto: Miehe

goßmannsrode. „Die Honigbienen sind ein höchst interessantes Völkchen mit einem hochkomplexen Staatengebilde. Sie können nur in Gemeinschaft leben, allein ohne Volk sind sie nicht lebensfähig. Jede Biene hat ihren bestimmten Platz in dem hierarchisch geordneten Zusammenleben“, gibt Dieter Ingber seiner Bewunderung über die kleinen nützlichen Tierchen Ausdruck.

Seit seinem Übergang in den Ruhestand im Jahr 2000 widmet er sich der Imkerei. Fasziniert haben ihn die kleinen Nützlinge schon seit seiner Kindheit. 1936 im Thüringer Wald geboren, hatte einen starken Bezug zur Natur. Deshalb hat er auch den Beruf des Gärtners ergriffen. Aus der grenznahen Heimat floh er 1953 mit seinen Eltern in den Westen, gerade noch vor der drohenden Umsiedlung in ein zentraleres DDR-Gebiet. Nach vielen Stationen kam er dann in den Kirchheimer Ortsteil Goßmannsrode – sein Vater hatte dort eine Stelle als Lehrer bekommen.

Von der einheimischen Bienenhalterin Annemarie Grimmer hatte er zunächst zwei Völker bekommen. Die kleinen emsigen Tierchen hatten es ihm bald angetan und so baute er seinen Bestand beträchtlich aus. Um seine Kenntnisse zu erweitern, trat er dem Niederaulaer Imkerverein bei und besuchte auch acht Tageslehrgänge beim Bieneninstitut in Kirchhain bei Marburg. Die Larven für die Königinnen kauft er im Bieneninstitut in Kirchhain. Sind die Königinnen ausgeschlüpft, fliegen sie aus und werden von Drohnen, den männlichen Bienen, begattet.

Jede Königin legt dann Eier und baut schließlich ein eigenes Volk mit Arbeiterinnen auf. Mit unermüdlichem Fleiß schaffen die Arbeiterinnen schließlich für die Zeiten, in denen keine Nahrung zu finden ist, einen großen Vorrat an. Und diese Vorsorge an Honig plündert schließlich zweimal im Jahr Dieter Ingber, schleudert diesen aus den Waben und bietet den Bienen dafür im Winter Zuckerwasser an. Dieter Ingber stellt seine Völker an den Waldrändern des Eisenbergs auf, möglichst weit von den intensiv genutzten Ackerflächen, nicht in die Nähe von Raps, um den Pestiziden aus dem Wege zu gehen. Seine Kunden wissen das zu schätzen. Den größten Teil des Honigs verkauft er von zuhause aus, er beschickt allerdings auch Märkte. Sorge bereiten ihm Nachrichten über das Bienensterben. Bleibt zu hoffen, dass diese Warnzeichen nicht unterschätzt werden.

Von Brunhilde Miehe

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