Berufsbezogene Sprachförderung für Flüchtlinge – Kreis will möglichst früh fördern

„Ihr seid willkommen“

Berufsbezogene Sprachförderung für Flüchtlinge und Bleibeberechtigte: Sozialdezernentin Elke Künholz (von links), Frank Hildebrand, Fachdienstleiter Migration, Antje Kulke (Projektleiterin Bleiberechtsprogramm) und Sabine Ackermann (DAA) stellten das Projekt vor. Vorne: Ersin Gürdal und Samira Hormez. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Der Kreis geht in Sachen Integration und Förderung von Flüchtlingen und Bleibeberechtigten weiter mit gutem und neuem Beispiel voran. In berufsbezogenen Sprachkursen sollen Flüchtlinge und Bleibeberechtigte für den Arbeitsmarkt „fit“ gemacht werden. Die Kurse finden in Kooperation mit der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) in Bad Hersfeld statt.

Bei dem Projekt geht es um die Kopplung zweier bereits bestehender Projekte. Seit 2009 beteiligt sich der Kreis am Programm „Berufsbezogene Deutschförderung für Personen mit Migrationshintergrund“ des Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie am ESF-Bundesprogramm „zur arbeitsmarktlichen Unterstützung von Bleibeberechtigten und Flüchtlingen“. Das Programm zur berufsbezogenen Sprachförderung wurde nun für Teilnehmer aus den Bleiberechtsprojekten – sprich: Flüchtlinge mit nachrangigem Zugang zum Arbeitsmarkt – erweitert. Durch die Kopplung beider Programme könne eine „allumfassende Integrationsarbeit“ geleistet werden.

„Wir wollen möglichst früh mit der Sprachförderung und der Integration beginnen, und Asylbewerbern die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen“, sagt Sozialdezernentin Elke Künholz. „Und zeigen: Ihr seid willkommen.“

Durch den Kurs würde die Chance erhöht, Flüchtlinge und Bleibeberechtigte in Arbeit zu bringen – eine Win-Win-Situation für alle. Der berufsbezogene Sprachkurs soll zum einen Sprachkenntnisse vermitteln, die im Beruf benötigt werden, aber auch der beruflichen Orientierung dienen, etwa durch Betriebsbesichtigungen und Praktika. Es wird versucht, möglichst homogene Gruppen zu bilden, was die Berufe und die vorhandenen Sprachkenntnisse betrifft.

Der Kurs läuft in der Regel in Vollzeit über ein halbes Jahr mit 30 Stunden pro Woche. 160 Stunden sind für zwei Praktika vorgesehen.

Die Praktika sollen den Teilnehmern helfen, einen Beruf kennen zu lernen. Sie sollen aber auch Vorurteile abbauen und Kontakte herstellen. Die meisten Asylbewerber gehörten in ihrer Heimat zur gebildeten Mittelschicht, hier müssten sie nochmal ganz von vorne anfangen. Häufig fehlen Zeugnisse oder diese werden nicht anerkannt.

Der erste Kurs mit neuer Zielgruppe ist am 20. Februar gestartet. Von 21 Teilnehmern sind elf Bleibeberechtigte und Flüchtlinge, sie kommen aus Eritrea, Irak, Russland, Türkei, Afghanistan und Syrien.

Von Nadine Maaz

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