IGBCE fordert sieben Prozent mehr Lohn von K+S

Glückauf: Mit dem gemeinsam gesungenen Steigerlied endete traditionsgemäß das IGBCE-Neujahrstreffen in Schenklengsfeld, zu dem rund 800 Gewerkschaftsmitglieder aus der nordhessischen Region sowie Ehrengäste aus der Politik und die Vertreter heimischer Behörden und Institutionen angereist waren. Fotos: roda

Schenklengsfeld. 1307 neue Mitglieder hat die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) im Bezirk Kassel gewonnen. Das bedeutet eine Steigerung der Mitgliederzahl um 1,6 Prozent auf 21 737. Diese gute Nachricht stellte IGBCE-Vorsitzender Friedrich Nothhelfer am Samstag an den Anfang seiner Ansprache zum traditionellen Neujahrestreffen in der Schenklengsfelder Großsporthalle.

Dort waren 800 Gewerkschafter aus Nordhessen und Westthüringen zusammengekommen, um zu hören, wohin bei den Löhnen die Reise gehen soll. Unterm Strich hat die Gewerkschaft 249 Mitglieder mehr, als im Jahr 2010. Mit dieser Zunahme liege der nordhessische Bezirk auch im bundesweiten Trend der IGBCE, zählte Nothhelfer auf. In der steigenden Mitgliederzahl erkannte Bundesvorstandsmitglied Peter Hausmann als Gastredner auch eine Stärkung der IGBCE und lobte den gastgebenden Bezirk für seine erfolgreiche Werbung - besonders bei jungen Leuten und weiblichen Beschäftigten.

Unterhaltung nach Noten: Zur musikalischen Umrahmung der Veranstaltung gab diesmal die Bergmannskapelle Hattorf unter Leitung von Gerald Eichler den Takt an.

Auf die gegenwärtige Finanzkrisenpolitik der Bundesregierung eingehend, warnte Hausmann vor allzu strengem Sparen zur Eindämmung der Schulden. Bisher habe sich die deutsche Wirtschaft robust erwiesen. Dies müsse sich trotz der vorhergesagte Konjunkturdelle auch bei den kommenden Tarifrunden widerspiegeln. In den jetzt anstehenden Tarifverhandlungen mit K+S werde die IGBCE jedenfalls sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt fordern, versprach das Bundesvorstandsmitglied und legte eine konkrete Zahl auf den Tisch. Die Forderung basiere auf der Einschätzung der Leistungsfähigkeit und den Zukunftsaussichten des Unternehmens. Ein guter Tarifabschluss stärke außerdem die Kaufkraft im Kreis Hersfeld-Rotenburg und helfe darüber hinaus den Kommunen.

Basis des Erfolges

Die stabile wirtschaftliche Basis der Region bestätigte Landrat Dr. Karl Ernst Schmidt in seinen Grußworten. Liege der Landkreis Hersfeld-Rotenburg doch an fünftbester Stelle in der Arbeitsmarktstatistik in Hessen. An dieser positiven Situation habe auch die Kaliindustrie einen gehörigen Anteil. Deshalb müsse gewährleistet sein, die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Bodenschätze auch abzubauen. Allerdings gelte es dabei, Wirtschaft, Natur und Umwelt in Einklang zu bringen, gab Dr. Schmidt zu bedenken. Doch mit der Investition von 360 Millionen Euro zur Verringerung der Produktionsrückstände sehe er optimistisch in die Zukunft. Musikalisch unterstützt von der Bergmannskapelle Hattorf unter Leitung von Gerald Eichler endete das Neujahrstreffen mit dem Absingen der Kaliregionalhymne „Glück auf, der Steiger kommt“, bevor die Ortsgruppe des DRK aus Schenklengsfeld den traditionellen Linseneintopf servierte.

IG BCE Jahresempfang

Kommentare