Ex-No-Angels-Sängerin hat ihre Kinder mit nach Bad Hersfeld gebracht

Im Porträt: Sandy Mölling spielt die Blumenverkäuferin in „My Fair Lady“

Mit Rosen kennt sich ihre Rolle aus: In „My Fair Lady“ spielt Sandy Mölling die Rolle der zunächst schlichten Blumenverkäuferin Eliza Doolittle, die als Teil einer Wette in die feine Gesellschaft eingeführt wird. Foto: Deppe

Bad Hersfeld. Ihre Rolle legt Sandy Mölling nach Feierabend nicht immer ab. Dann kommt es vor, dass sie Zuhause berlinert, ohne es zu merken. Der Dialekt ist das wichtigste Merkmal ihrer Rolle als Blumenverkäuferin Eliza Doolittle im Musical „My Fair Lady“.

Wo genau ihr Zuhause ist, da legt sich die 35-Jährige nicht fest. Seit zehn Monaten lebt sie nach langer Fernbeziehung mit ihrem Freund in Los Angeles. Heimat sei aber genauso der Westerwald, wo ihre Mutter nahe Koblenz lebt. Deswegen habe sie sich auch auf Bad Hersfeld gefreut, sagt sie. Die Festspielsaison ist eine gute Gelegenheit, Freunde und Familie zu treffen.

Letztere hat sich erst vor wenigen Monaten vergrößert. Anfang Oktober kam Sohn Noah zur Welt, das zweite Kind für die Sängerin. Das Baby ist ebenso wie der siebenjährige Jayden mit nach Bad Hersfeld gekommen. Hier kümmert sich eine Freundin Möllings um die Jungs, während sie selbst auf der Bühne der Stiftsruine probt.

Dort profitiert Mölling von ihren erfahrenen Kollegen Ilja Richter und Gunther Emmerlich. „Ich bin wie ein Schwamm und sauge alles auf, was da um mich herum passiert“, sagt sie. Denn trotz Schauspielausbildung, Musicalerfahrung und viel Bühnenerfahrung aus ihrer Zeit als Mitglied der Girlgroup „No Angels“ wolle sie sich stets weiterentwickeln. „Und wenn Ilja Richter mir ein Kompliment für den Berliner Dialekt macht, geht das natürlich runter wie Öl“, sagt sie.

Dabei sei Festspiel-Intendant Dieter Wedel erst gegen ein Engagement der nur 1,59 Meter großen Mölling gewesen, erzählt sie. Nach einem Video-Casting habe er sich aber schnell umentschieden. „Jemanden so von meinen Fähigkeiten zu überzeugen, ist natürlich noch mehr Bestätigung.“ Allein von ihrer Vergangenheit in einer erfolgreichen Castinggruppe will sie nicht profitieren, zumal ihre Erinnerungen an diese Zeit nicht durchweg positiv sind: „Man lernt durch schlechte Erfahrungen doch gute besser zu schätzen. Ich bereue nichts, so ist das Leben.“

Wenn es am 8. Juli dann auch vor Publikum für das My-Fair-Lady-Ensemble auf die Bühne geht, wird Mölling aber nicht ganz so entspannt sein. „Ich leide auch heute noch an Lampenfieber“, sagt sie. Das lege sich aber gemeinhin schon nach wenigen Minuten. Deswegen habe sie für ihren Auftritt ein gutes Gefühl „und überhaupt keine Magenschmerzen“ vor Beginn der Spielzeit. In dieser wird dann auch ihre Mutter dabei sein, vielleicht auch die drei Brüder. Auf der Bühne stehen in Bad Hersfeld gleich zwei Mitglieder der Mölling-Familie. Sohn Jayden darf ebenfalls mitspielen, in einer kleinen Rolle als Taschendieb. „Das macht ihn furchtbar stolz“, sagt Mölling. „Und mich natürlich auch.“

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