Opernfestspiele: Leszek Solarski singt die Rolle des Leporello in „Don Giovanni“

„Ich liebe es, zu singen“

Der 29-jährige Leszek Solarski spielt bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen den Leporello in Mozarts „Don Giovanni“. Foto: Witt

Bad Hersfeld. Popmusik und Pokerspiel ist neben dem Singen die große Leidenschaft des jungen Sängers Leszek Solarski. Bei den Opernfestspielen schlüpft er in der Oper „Don Giovanni“ in die Rolle des Leporello und spielt an der Seite des Don Giovanni einen Charakter, der zwiespältiger und komplizierter wohl kaum sein kann. Denn wenn Leporello sich mal nicht den Frauen gegenüber schlecht verhält, hat er mit ihnen Mitleid.

Erleben von Emotionen

Auch wenn die Proben anstrengend sind und bei Regenwetter oder spät am Abend stattfinden, ist er stehts mit vollem Einsatz dabei. „Ich liebe es zu singen, zu proben und auf der Bühne zu stehen“, schwärmt der 29-Jährige, der aus Polen stammt, und erzählt, dass das damit verbundene Erleben von Emotionen für ihn sehr wichtig sei.

Doch zunächst hatte er etwas ganz anderes aus seinem Leben machen wollen. Eigentlich wollte er Ingenieur werden, doch das Studium gefiel ihm nicht und so entschied er sich für das Singen. Dabei haben ihm seine Jugenderfahrungen geholfen. Denn neben dem Klavierspielen hatte er auch im Jugendchor gesungen. „Das war womöglich der entscheidende Impuls für mich, doch noch singen zu wollen“, erzählt er.

Als Student in Deutschland

Leszek Solarski begann schließlich ein Studium für Gesang an der Musikakademie in Krakau und kam dann für ein Jahr als Student nach Deutschland, wo er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main studierte. Nach bestandener Prüfung blieb er dort für ein weiteres Jahr, um sein Deutsch zu verbessern, kehrte nach Polen zurück und erhielt im Dezember 2010 sein Diplom.

„Hersfeld ist schön“

Heute reist der junge Pole immer wieder zwischen seiner Heimat und Deutschland hin und her und freut sich Neues zu entdecken. „Hersfeld ist zwar nicht groß, aber schön“, scherzt er und erzählt von seiner Freundin, die als Geigerin, wie er, oft unterwegs ist. Selten sind die beiden zusammen, doch wenn sie sich mal sehen, dann auch mal drei Monate am Stück. „Es ist zwar anders, aber nicht langweilig. Aber genau das hält unsere Beziehung frisch“, berichtet Solarski und erzählt auch von den Vorzügen seines Lebens. Denn durch das viele Reisen hat er einen großen Freundeskreis gewonnen und findet nun fast überall einen gemütlichen und ruhigen Platz zum Übernachten.

Von Adrian Witt

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