Montagsinterview: Für Feuermeister Klaus Otto beginnt heute das erste Lolls im Amt

„Ich freue mich riesig“

Bad Hersfeld. Termine hatte der neue Feuermeister des Bad Hersfelder Lullusfestes Klaus Otto zwar schon einige, aber richtig ernst wird es ab heute, wenn der 47-Jährige mit dem traditionellen Anzünden des Lollsfeuers den achttägigen Trubel eröffnet.

Nach der offiziellen Amtseinführung mit Fackelübergabe und dem Auftritt beim Lolls-Rock gestern, geht es heute so richtig los. Aufgeregt?

Klaus Otto: Ja, sehr, aber das ist eine freudige Aufgeregtheit. Ich freue mich total auf die Lollswoche. Ich feiere Lolls mit meinem neuen Amt ja dieses Jahr zum ersten Mal ganz anders als früher. Ich freue mich wirklich sehr auf die Termine, die ich wahrzunehmen habe, und es ist sehr interessant, so viele neue Leute kennenzulernen.

Sie haben ja auch schon einige repräsentative Termine hinter sich. Wie haben Sie als Botschafter des Lullusfestes für einen Besuch in Bad Hersfeld geworben?

Otto: Wir waren zum Beispiel an zwei Tagen beim Hessentag in Kassel und haben dort am Festzug teilgenommen, das ist beim Publikum sehr gut angekommen. Man kann den Menschen eigentlich nur zeigen, dass Lolls das älteste Volksfest Deutschlands ist und wie die Hersfelder dahinter stehen und es feiern. Ich kann fast sagen, sie leben es. Für Außenstehende, die zum Lullusfest kommen, wäre es allerdings nicht schlecht, wenn sie einen Hersfelder an der Hand hätten, der sie führt ... Aber hier wird keiner alleingelassen, Anschluss findet man allemal.

Anfangs waren Sie eher zurückhaltend, sind Sie mittlerweile richtig im Amt angekommen?

Otto: Auf jeden Fall. Aber was heißt zurückhaltend? Das ist zwar richtig, aber man muss ja auch erstmal im Amt ankommen. In so ein Amt wächst man hinein. Man muss sehen, wie man es macht, und seinen eigenen Stil finden. Ich hatte ja auch schon eigene Ideen, zum Beispiel die Verbrennung des Lollsteufels wieder aufleben zu lassen.

Wieviel der Figur des Feuermeisters macht das Ornat aus und wieviel Feuermeister muss man im Herzen sein?

Otto: Das Ornat ist die äußere Hülle, die traditionelle Kleidung. Feuermeister im Herzen kann man nur sein, wenn man mit diesem Fest groß geworden ist und es von Kindesbeinen an lebt. Ich bin in Hersfeld geboren, ich bin Hersfelder und lebe seit jeher in der Klausstraße. Allein der Gedanke, Feuermeister werden zu können, war für mich schon super. Aber das Amt bringt natürlich auch einen großen Aufwand mit sich, auch für die Familie.

Eine Woche Lolls kann an die Substanz gehen. Wie halten Sie sich fit?

Otto: Das werde ich ausprobieren müssen, da es ja meine Premiere ist. Ich werde mich garantiert zurückhalten, was den Alkohol betrifft, und ich werde versuchen, meine Kraft zwischen den vielen Terminen einzuteilen. Was anderes bleibt mir auch nicht übrig. Aber trotzdem, ich freue mich riesig.

Für die Lollsrede dürfte es genug Stoff geben. Ist sie denn schon fertig und wie lange haben Sie dafür gebraucht?

Otto: Jawohl. Die Rede ist unter Dach und Fach. Ich habe die Rede selbst geschrieben, aber ich glaube, gelitten hat meine Familie, die sich das Ganze immer wieder anhören musste. Aber ich denke, ich habe ganz gute Themen ausgewählt und ich hoffe, dass die Rede gut ankommen wird.

Verraten wird aber nichts?

Otto: Kein Wort. Nur so viel: es wird noch eine Überraschung geben ....

Von Nadine Maaz

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