In Fulda wird heftig über die Auflagen für Brauchtumsfeuer gestritten – Im Kreis Hersfeld-Rotenburg geht es entspannter zu

Hutzelfeuer sorgen für Zündstoff

Beliebter und traditioneller Treffpunkt: Unser Foto zeigt das Hutzelfeuer 2008 auf der Hasenheid in Motzfeld. Foto: HZ/Archiv

Hersfeld-Rotenburg. Im Landkreis Fulda laufen derzeit Vereine und Politiker Sturm gegen die bereits im Dezember 2012 vom Umwelt- und Innenministerium erlassene „Orientierungshilfe zur Anzeige, Durchführung und Gefahrenabwehr bei Brauchtumsfeuern“. Sie befürchten, dass diese „realitätsferne Regelungswut“ die traditionellen Hutzelfeuer bedroht. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist man da offenbar entspannter, wenngleich die Auflagen den Verantwortlichen durchaus Arbeit machen.

„Das ist schon kompliziert und mit viel Aufwand verbunden“, sagt Erich Döring vom SV Kathus. Trotzdem wolle man an der Tradition festhalten. Der SV Kathus sammelt am Freitag zum 32. Mal ausrangierte Weihnachtsbäume ein, verbrannt werden diese aber erst einen Tag später. Das Weihnachtsbaumverbrennen sei nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis, sondern auch eine Einnahmequelle.

„Wir haben im vergangenen Jahr erstmals einen so umfangreichen Antrag ausgefüllt“, berichtet Sorgas Jugendfeuerwehrwart Thomas Eberhardt, Probleme habe es dabei allerdings nicht gegeben.

Bei Kommunen anzeigen

Wer ein Brauchtumsfeuer veranstalten möchte, muss dies laut der Orientierungshilfe 14 Tage vorher bei der Kommune anzeigen, diese gibt die Informationen dann an die zuständigen Brandschutzstellen weiter. Die Leitlinien geben außerdem vor, dass das Brennmaterial erst am Tag des Anzündens aufgeschichtet werden darf, was bei vielen Feuern aber ohnehin so vorgesehen ist. Weiterhin geht es unter anderem um ausreichende Mindestabstände, die Höhe der Flammen und den Untergrund der Feuerstelle.

In Bad Hersfeld werden laut Pressesprecher Meik Ebert jedes Jahr zehn bis 15 Brauchtumsfeuer angemeldet, wobei diese in der Regel im Außenbereich stattfinden. Mit den neuen Leitlinien habe sich die Anzahl auch nicht verändert. Dem Landkreis waren bis Dienstag 14 Hutzelfeuer von den Feuerwehren gemeldet worden. „Das entspricht etwa der Anzahl in den Vorjahren“, bestätigt Sprecher Michael Adam. Im Altkreis Hersfeld finden in vielen Ortsteilen Hutzelfeuer statt, die von den Jugendfeuerwehren organisiert werden.

Initiative in Rotenburg

Auch im Altkreis Rotenburg sammelt die Jugendfeuerwehr Lispenhausen traditionell die Weihnachtsbäume ein und verbrennt diese. In Rotenburg gab es bislang keine solche Aktion. Auf Facebook haben sich allerdings einige Bürger dafür stark gemacht, auf dem Festplatz ein Feuer zu organisieren. Bürgermeister Christian Grunwald würde eine solche Veranstaltung begrüßen und auch schnell und unbürokratisch genehmigen. Eine offizielle Anmeldung lag bis gestern jedoch nicht vor. (nm)

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