Das Camp am Geistalbad ist für die Lolls-Schausteller Wohnort für eine Woche

Hunde und Blumenkästen

Immer unterwegs und trotzdem alles dabei, was ein behagliches Heim ausmacht: Ferdinand und Nadine Kipp vom Action House mit ihren Hunden vor dem blumengeschmückten Mobilheim, das zur Zeit am Geistalbad geparkt ist. Rechts schließt sich der Wohnbereich der Mitarbeiter an. Foto: z

Bad Hersfeld. Morgens kurz nach zehn herrscht Aufbruchstimmung im Camp der Lullusfest-Schausteller am Geistalbad. Besitzer und Mitarbeiter von Fahrgeschäften und Verkaufsständen machen sich auf den Weg zum Marktplatz, denn der Rummel öffnet um 11 Uhr, und die meisten haben vorher noch einige Vorbereitungen für das Tagesgeschäft zu treffen.

Nur durch schmale Gassen von einander getrennt stehen hier herkömmliche Campinganhänger, schmucke Mobilheime mit Balkons, ausfahrbaren Erkern und Blumen vor der Tür und einfache Mannschaftswagen mit Stockwerkbetten und Duschkabine.

Dazwischen winden sich Stromkabel und Wasserschläuche am Boden. Bettzeug hängt zum Lüften aus Fenstern, Wäsche flattert im Herbstwind.

„Hier stimmt alles“

„Opa, ich geh’ schon mal runter zum Platz!“ ruft Enkel Marvin seinem Großvater Elmar Schellberg zu. Der alte Herr kommt seit mehr als 30 Jahren mit seiner Grillstube zum Lollsrummel. Bad Hersfeld sei ein guter Standplatz, sagt er, „hier stimmt alles, vorn und hinten“.

Rund 80 Leute lebten in der kleinen Siedlung auf Zeit im Geistal, schätzt er, meist ganze Familien.

Bewegung für Sam

Zu den Stammgeschäften zählt auch Weihers Leckermäulchen aus Schwalmstadt, ein großer Süßwarenstand. Während Mann und Tochter schon auf dem Markt die ersten Mandeln brennen und Fruchtspieße mit Schokolade überziehen, verschafft Annemarie Weiher erst einmal dem achtjährigen Schäferhund Sam etwas Bewegung. Sam passt auf den Wohnwagen auf, wenn die Familie bis in den späten Abend auf dem Rummel arbeitet – ein Schild im Fenster warnt ungebetene Gäste vor dem Hund. Sicher ist sicher – Obwohl in Bad Hersfeld die Stadt sogar eine Platzwache bis 1 Uhr nachts organisiert.

Auf ihre Hunde möchte auch Familie Kipp aus Bonn während der Reisesaison nicht verzichten, obwohl Goofy und Killer und die beiden Chihuahuas nicht annähernd an die respektheischende Statur von Sam heranreichen. Die Familienfirma Kipp betreibt das Spaßgeschäft Action House und ist zum ersten mal in Bad Hersfeld zu Gast. „Wir haben noch nicht so viel mitbekommen, aber es wirkt hier alles nett und gemütlich“, sagt Nadine Kipp.

Mitten in der Stadt

Weil Bad Hersfeld als Standort für Schausteller deutschlandweit einen guten Ruf genießt, hat sich die Firma diesmal erfolgreich um einen Platz auf dem Lollsrummel beworben. „Eine Kirmes mitten in der Stadt – das gibt es doch kaum noch irgendwo“, beschreibt Nadine Kipp den geschäftlichen Reiz von Bad Hersfeld.

Gemeinsam mit ihren Mann Ferdinand Kipp, dem Geschäftsführer der Firma, Junior-Chefin Sissi Kipp und angestellten Mitarbeitern ist das Action-House-Team acht Köpfe stark.

Die Mitarbeiter haben neben dem rollenden Familienheim ihren eigenen Bereich mit Schlafkabinen und Duschen. Sie lassen sich noch ‘mal schnell ein paar frische Handtücher herausgeben und traben dann in Richtung Innenstadt davon. Auch das Action House soll pünktlich öffnen.

Von Peter Lenz

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