Gastgeber im Landkreis wollen sich nicht länger bestehlen lassen

Hotels schützen sich gegen Langfinger

Hersfeld-Rotenburg. Hier ein Handtuch, da ein Bademantel: In Hotels wird schamlos geklaut. Das ergab eine Studie des Reiseportals Travel24.com. Demnach haben schon 4,5 Millionen Deutsche bei der Abreise Hoteleigentum mitgehen lassen. Auch Gästehäuser im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind betroffen – und versuchen sich zunehmend vor Langfingern zu schützen.

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„Wenn Gäste uns bestehlen, ärgert uns das natürlich enorm“, sagt Markus Göbel vom Schlosshotel Prinz von Hessen in Friedewald, der mit der Göbel-Gruppe auch das Hotel Rodenberg und das Posthotel in Rotenburg betreibt. Schließlich müssten entwendete Gegenstände neu gekauft werden. Im Schlosshotel sei auch deshalb die Arbeitsweise der Reinigungskräfte verändert worden. „Früher hat eine Mitarbeiterin immer vier Zimmer gleichzeitig gereinigt“, berichtet Göbel. Währenddessen seien aus den offenstehenden Zimmern oft Gegenstände weggekommen.

Auch im CPH Hotel Seeblick in Kirchheim sind die Sicherheitsvorkehrungen nach zahlreichen Verlusten erhöht worden. „Seit einem halben Jahr geben wir Bademäntel nur noch gegen Pfand heraus“, sagt Hoteldirektorin Yvonne Nowak-Hanschke. Früher habe das Haus 40 Bademäntel pro Jahr verloren, „seit dem Pfandsystem ist das nicht mehr der Rede wert“.

Aus Sicht des Vorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverbandes Waldhessen, Hanns-Karl Madelung, sind diebische Gäste im Landkreis jedoch kein allzu großes Problem. „Im Einzelhandel wird mehr geklaut“, sagt er. „Dass mal etwas wegkommt, muss man in die Preise einkalkulieren“.

Allerdings würden die meisten Häuser erfahrungsgemäß sehr diskret mit Gästen umgehen, die Hoteleigentum mit nach Hause nehmen: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass man einem fehlenden Handtuch hinterhertelefoniert“.

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Von Sebastian Schaffner

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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