Vor 30 Jahren: Babcock übernimmt die Kupfermühle – Ehemalige treffen sich

Holztechnik vom Geisufer

Holztechnik aus Bad Hersfeld: Mitarbeiter der Kupfermühle richten in der Produktionshalle eines Kunden eine Hobelmaschine für die Leimbinder-Produktion ein. Das kleine Foto zeigt Jakob Müller aus Bad Hersfeld im Jahr 1949 an einer Drehbank. Fotos: Jakob Müller/nh

Bad Hersfeld. Kupfermühle – dieser Name stand über Jahrzehnte hinweg in der ganzen Welt für Holzverarbeitungsmaschinen aus Bad Hersfeld. Spezialist war die Kupfermühle für großformatige Hobeltechnik – 1975 verließ mit der Doma X 250 die größte Hobelmaschine der Welt die Bad Hersfelder Werkshallen.

Vor 30 Jahren wurde die Kupfermühle Holztechnik in die damalige Babcock BSH, die heutige Firma Grenzebach, integriert. Aus diesem Anlass haben ehemalige Beschäftigte um den damaligen Betriebsratsvorsitzenden Kurt Staufenberg ein Ehemaligentreffen organisiert.

Alle Mitarbeiter, aber auch alle, die mit der Kupfermühle zu tun hatten, sind für Samstag, 18. Mai, in das Vereinsheim der Geflügelzüchter Bad Hersfeld, am Johanniswerth, eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr.

Die Geschichte hat der letzte Geschäftsführer Horst Ley festgehalten. Gegründet wurde der Betrieb 1920 in Kalkobes. Der Name leitet sich vom damaligen Standort „am Kupferstrauch“ ab. Ein vom Geisbach angetriebenes Mühlrad lieferte mit 35 PS die notwendige Energie für das Unternehmen, das zunächst selbstfahrende Kreissägen, später auch Bandsägen fertigte. Waren es im Anfangsjahr noch 20 Beschäftigte, stieg diese Zahl zwei Jahre später auf 65.

Als Kupfermühle Gebrüder Schaake wurde am 1. April 1944 der Neuanfang gewagt. Zwei Lehrlinge fertigten aus Kriegsschrott Tischlereimaschinen und reparierten Sägen und Hobelmaschinen. Ab 1948 spezialisierte sich die Kupfermühle auf Mehrseitenhobelmaschinen. Mit 191 Mitarbeitern erlebte die Kupfermühle 1965 ihre Blütezeit. 1970 wurde die Kupfermühle in eine Kommanditgesellschaft und 1979 in eine GmbH umgewandelt. An der 1981 neu gegründeten Kupfermühle Holztechnik beteiligte Babcock sich bereits mit 50 Prozent der Geschäftsanteile. 1985 übernahm Babcock die Kupfermühle komplett. Geichzeitig wurde die Produktion in das Babcock-Werk verlegt, 1998 verschmolzen die Firmen komplett, der Name Kupfermühle blieb über das Verkaufsprogramm erhalten. Die Produktpalette wurde, auch unter Federführung von Grenzebach BSH, weiterentwickelt. Geliefert wurden die Maschinen der Kupfermühle in die ganze Welt.

Monteur im Ausland

Jakob Müller aus dem Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft erinnert sich an unzählige Reisen in die USA oder Skandinavien, wo er die Maschinen als Monteur einrichtete. In seinem Album finden sich zahlreiche Fotos – sogar von der Verladung in ein Flugzeug. 1946 hatte der Rentner als Lehrling bei der Kupfermühle angefangen – zuletzt fertigte er Ersatzteile. Seit gut einem Jahr, berichtet Kurt Staufenberg, werden die Hobelmaschinen mit dem Kupfermühle-Schriftzug nicht mehr gefertigt. Einen Ersatzteilservice bietet Grenzebach aber noch immer an. (jce)

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