Genitalverstümmelung ein Ende setzen – Ausstellung ohne Schockbilder im Klinikum zeigt Erfolge

Hoffnung für Tausende Mädchen

Engagiert: Helga Ködding von LebCom hält ein kleines kenianisches Mädchen im Arm. Die Bad Hersfelderin möchte der Genitalverstümmelung bei Mädchen ein Ende setzen. Foto: nh

Bad Hersfeld. Wie bedrohte Mädchen wirksam vor weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) geschützt werden können, das zeigt die Wanderausstellung „Wonder of the Female Body“ (Das Wunder des weiblichen Körpers). Verzichtet wird hier auf drastische Darstellungen und Erklärungen, um so möglichst viele Menschen anzusprechen, die Probleme haben, sich dem heiklen Thema zu nähern.

Alle Welt spricht von der Grausamkeit dieser Menschenrechtsverletzung, doch die Frage nach effektiven Lösungswegen bleibt oft offen. Die Wanderausstellung zeigt nun aber, wie ein kultureller Wandel in Afrika zu erreichen ist. Der Verein LebKom präsentiert Projekterfolge, statt zu schockieren.

Eröffnung am Donnerstag

Die Ausstellung beginnt am Donnerstag, 10. Juli, um 19 Uhr mit einer Eröffnung durch Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und wird musikalisch von Sabine Kampmann umrahmt. Sie ist bis 3. August im Foyer des Klinikums Bad Hersfeld zu sehen. Zur Eröffnung sprechen auch der Ärztliche Direktor des Klinikums Bad Hersfeld, Prof. Markus Horn, und die Frauenbeauftragte des Landkreises, Ute Boersch. 125 Millionen Mädchen und Frauen sind weltweit betroffen, in Afrika kommen täglich Tausende hinzu.

Durch Migration sind auch in Deutschland etwa 30 000 Mädchen betroffen oder bedroht. Dass ein Wandel zu erreichen ist, verdeutlichen die Erfahrungen des Fulda-Mosocho-Projekts des Vereins LebCom. Das Projekt zählt laut Unicef zu den besten seiner Art und ist für den Menschenrechtspreis des Europaparlaments nominiert worden.

In der Region Mosocho, Heimat der Kisii-Ethnie, wurden einst 98 Prozent der Mädchen dem Ritual unterzogen. Die Rate liegt heute unter 25 Prozent. Es ist das Ergebnis erfolgreicher Entwicklungszusammenarbeit, durch Anwendung des von der Göttinger Professorin Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelten wert-zentrierten Ansatzes. Der ARD-Weltspiegel spricht von einer Kulturrevolution in der Projektregion.

Die Ausstellung spricht auch Menschen an, die sich zum ersten Mal mit dem Thema befassen. Helga Ködding von LebCom war selbst schon vor Ort. Sie bietet nach Vereinbarung Führungen für Gruppen und Schulklassen an. Auch eine Lesung wird angeboten und der Film „Wüstenblume“ gezeigt. (red/ank)

Kontakt: Helga Ködding, Telefon 0175/7530195, oder www.fulda-mosocho-project.com

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