Gottesdienst, Fackelzug und Feierstunde in der Stiftsruine am Vorabend von Lolls

Hoffnung auf friedliches Fest

Gottesdienst im Auto-Scooter: Pfarrer Volker Drewes am Leierkasten.

Bad Hersfeld. Der Vorabend des Lullusfestes gehört den Kleinen: Zu den Klängen des Stadtmusikvereins machte sich am Sonntagabend der Fackel- und Lampionzug auf den Weg zur Stiftsruine – immer ein Highlight für die ganz jungen Lollsbrüder und -schwestern mit ihren bunten Laternen.

An der Spitze des Zuges marschierten wie immer Bürger- und Feuermeister, Magistratsmitglieder, Stadtverordnete und die Gäste der Stadt, die extra zum Lullusfest angereist sind, unter ihnen der neue Bürgermeister der Partnerstadt L'Hay-les-roses, Vincent Jeanbrun. Mit dabei auch der Fanfaren- und Spielmannszug Alsfeld mit seinen Dudelsack-Bläserinnen.

Die Rede zur Feierstunde in der Stiftsruine hielt in diesem Jahr Albert Ritter, der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. Ritter schmeichelte den Hersfeldern ein um das andere Mal, als er den Ort Stiftsruine, die Tradition des ältesten Volksfestes Deutschlands und den Stellenwert des Lullusfestes an sich lobte. Den Gedanken, Lolls zum immateriellen Weltkulturerbe auszurufen, unterstützte Ritter ebenfalls.

Die „Abstimmung mit den Füßen“, die das Lullusfest Jahr für Jahr als Besuchermagneten bestätigt, wollte der Schaustellerpräsident auch auf die Neubürger in Deutschland, die Flüchtlinge, bezogen wissen und bat darum, sie willkommen zu heißen.

Das abschließende Feuerwerk war aus Sicherheitsgründen diesmal nach draußen verlegt worden. Anstatt Querschiff und Apsis der Kirchenruine zu erleuchten, wurden die bunten Kracher diesmal auf der Weise neben dem Staudengarten gezündet.

Fackelzug und Feierstunde in der Stiftsruine am Vorabend von Lolls

Zuvor hatte Pfarrer Volker Drewes beim Schaustellergottesdienst im dicht umlagerten Auto-Scooter der Hoffnung auf ein friedliches Fest Ausdruck gegeben – mit ausdrücklichem Bezug zur beinahe tödlichen Lolls-Schlägerei vom vergangenen Jahr. Beim Gottesdienst hatte auch der Projektchor des Kirchenkreises unter Leistung von Kantor Sebastian Bethge mit flotten Melodien seine Premiere.

Von Karl Schönholtz

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